Besser als Zwergerlschulen – Walleshausener Schule wird Ende Juli geschlossen

etzt ist es offiziell: Die Schule in Walleshausen wird zum Ende dieses Schuljahres geschlossen, der Unterrichtsbetrieb in Geltendorf zentralisiert. Das Walleshausener Schulhaus steht damit vorerst leer, denn die Überlegung, dort die Außenstelle einer Privatschule einzurichten, lässt sich zumindest kurzfristig nicht realisieren.

„Wir haben an allen Stricken gezogen und nach allen Strohhalmen gegriffen“, so Bürgermeister Wilhelm Lehmann bei einem Gespräch mit Vertretern der Regierung von Oberbayern und des staatlichen Schulamts, der Schulleitung, dem CSU-Landtagsabgeordneten Thomas Goppel sowie Gemeinderäten und Elternvertretern. Noch vor wenigen Tagen hatte die Gemeinde eine Petition an den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer gerichtet. Darin ist von einer Übernahme der Walleshausener Schule durch das Katholische Landschulheim Schloss Grunertshofen die Rede. So würde die Schule in Walleshausen bestehen bleiben und das erst vor wenigen Jahren sanierte Gebäude weiterhin genutzt. Darüber hinaus ließen sich Schülerbeförderungskosten einsparen. Doch diesem Wunsch erteilte Regierungsschuldirektor Christoph Winkler eine Absage. Rechtlich dürften Privatschulen keine Außenstellen haben, und eine Neugründung ließe sich auf die Schnelle nicht durchführen, so Winkler. Der Termin für Anträge sei der 1. April, und das Genehmigungsverfahren könne sich gut und gerne über mehr als ein Jahr hinziehen. Doch bereits jetzt mehren sich in Schloss Grunertshofen die Anfragen von Eltern aus dem Gemeindegebiet, berichtete Schulleiter Ewald Wimmer. Aufnahmekapazitäten sind vorhanden, denn die Zweizügigkeit sei für seine Grundschule bereits seit Jahren genehmigt. Offene Türen für die Neuen Die Geltendorfer Rektorin Maria Wegele fragt sich, wie viele Buben und Mädchen aus Walleshausen nach den Ferien nun tatsächlich kommen werden, denn danach richtet sich die Einteilung der Klassen. Die Walleshausener Kinder dürfen auf jeden Fall zusammen bleiben. Am nächsten Freitag soll es in der Geltendorfer Schule einen „Tag der offenen Tür“ für die zukünftigen Schüler aus dem Nachbarort geben. Man werde auch ein gemeinsames Fest feiern. Die von den Zentralisierungsgegnern ins Feld geführte Raumnot gebe es nicht, betonte Wegele. „Wir haben den Raum, wir haben alles gerichtet, und es ist uns ein Anliegen, das neue Schuljahr gut zu starten.“ Schulamtsdirektor Konrad Lemnitzer versprach „großzügige Lehrerstunden“ und legte den Betroffenen ans Herz, auch an die Zukunft der Geltendorfer Schule zu denken. Darauf wies Bürgermeister Lehmann ebenfalls hin: „Eine starke Schule ist besser als lauter Zwergerlschulen, und was uns jetzt schmerzt, ist vielleicht eine Chance für die Zukunft.“

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