Die besten Europäer

Bei der Einrad-Weltmeisterschaft in Brixen holte Simon Rodler über 50 Meter Einbein die Bronzemedaille. Foto: Privat

Mit insgesamt 21 Medaillen sind 18 Lechflitzer des TSV Landsberg von der Unicon16 Einrad-Weltmeisterschaft in Brixen zurückgekehrt. Unter fast 1400 Startern holten Simon Rodler und Theresa Ludwig in den Finalrunden um den Weltmeistertitel jeweils Bronze. Mit den Erfolgen in den Gruppenküren kamen noch acht Silber- und fünf Bronze-Medaillen hinzu – wodurch dann 14 der 18 Lechflitzer Edelmetall erhielten.

An elf Tagen kämpften Teilnehmer aus 33 Nationen von Japan, Neuseeland über Südkorea bis USA und Kanada nach den begehrten Medaillen in den jeweiligen Altersklassen und um die Weltmeistertitel in den Finalrennen beziehungsweise Expert Disziplinen. Beim Auftakt-Rennen über zehn Kilometer erlangte Favorit Simon Rodler gleich den undankbaren 4. Platz und tags darauf beim Downhill Gliding nochmal. Doch mit Beginn der Bahnrennen kehrte er zu seiner alten Form zurück und gewann das 100-Meter-Rennen in seiner Altersklasse mit gleichzeitiger Qualifikation für das Finalrennen um den Weltmeistertitel. Auch Theresa Ludwig konnte über die 100 Meter ihre Altersklasse mit persönlicher Bestzeit klar gewinnen und sich damit sogar mit Bestzeit aller Frauen, zeitgleich mit einer Japanerin, für das Finale qualifizieren. Leider musste sie sich dann im Finale wegen eines Sturzes der Konkurrenz geschlagen geben, während Rodler im Finale der Herren sich nur von zwei Japanern besiegen ließ. In der Disziplin 50 Meter Einbein qualifizierten sich die beiden ebenfalls mit persönlichen Bestleistungen für die Finalrennen mit einem 1. Platz von Rodler und einem 3. Platz von Ludwig. Mit der Wut im Bauch vom 100 Meter Sturz konnte Theresa Ludwig in diesem Finale über sich hinauswachsen und fuhr mit 8,221 Sekunden mit nur 6,5 hundertsteln Rückstand auf die Weltmeisterin (8,156 Sekunden) auf den 3. Platz. So waren auch in diesem Finale die Lechflitzer nicht nur die besten Deutschen, sondern sogar die besten Europäer. Beim bisher längsten MuniDownhill Rennen auf einer Unicon von der Bergstation des Plose bis hinab zur Talstation (850 Höhenmeter) wurde Simon Rodler vom Pech verfolgt, mit Bestzeit unterwegs, ging ihm nach etwa einem Drittel der Strecke die Luft aus – es platzte ihm der Reifen. Bis dahin war er mit seinem 24 Zoll Einrad mit Bremse unterwegs. Da er aber nicht aufgeben wollte, schnappte er sich von einem Streckenposten ein kleines 20 Zoll Einrad ohne Bremse und fuhr damit bis in Ziel. So musste er sich mit einen 10. Platz zufrieden geben. Besser erging es hier Anna-Lena Blaschke, welche trotz defekter Bremse als Zeitschnellste ihrer Altersklasse die Ziellinie passierte und dafür mit Gold belohnt wurde. Seinen Weltmeistertitel von 2010 im IUF-Slalom konnte Rodler allerdings nicht verteidigen. Doch war auch auf dieser Unicon niemand schneller als sein Weltrekord vom letzten Jahr mit 18,53 Sekunden. Der jüngste Lechflitzer des TSV, Angelo Olbrich (10 Jahre), sauste die zehn Kilometer mit 38:08,272 Minuten von Klausen nach Brixen. Mit seinem 20 Zoll Einrad war er somit schneller, wie manch Großer und überfuhr so als Erster seiner Altersklasse die Ziellinie im Stadion – Gold für Olbrich. Erstmalig gab es am letzten Tag noch ein 100 Kilometer-Rennen mit einem etwa 8,3 Kilometer langen Rundkurs um Brixen. In der Teamkategorie Kleingruppen mit zwei bis vier Fahrern, welche nach jeder Runde im Stadion wechseln durften, startete Simon Rodler aus Landsberg zusammen mit Christian Eckert aus Dogern (Schwarzwald) und zwei befreundeten Japanern Soya und Takahiko Fujii aus Tokio als Renngemeinschaft. Am Start mit zwei 29 Zoll Einrädern mussten sie sich nur den deutlich größeren 36 Zoll Einrädern, teilweise sogar mit Gangschaltung, geschlagen geben und landeten auf dem 6. Platz.

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