In bester medizinischer Obhut

Brustkrebspatientinnen der Landkreise Landsberg und Fürstenfeldbruck befinden sich ab sofort wohnortnah in allerbester medizinischer Obhut. Die beiden kommunalen Kliniken der Landkreise haben dafür das Brustzentrum Oberbayern West gegründet. Es bündelt die medizinische Kompetenz der beiden Gesundheitseinrichtungen sowie deren Kooperationspartner und bringt Spezialisten unter anderem der Gynäkologie, Onkologie, Radiologie, der Strahlentherapeutik und der Pathologie an einen Tisch.

Auf Tumorkonferenzen, den so genannten „Fallkonferenzen“, werden die Erkrankungen individuell und umfassend beraten, Diagnostik und Behandlung festgelegt. „Damit kommen wir weg vom Prinzip des Einzelmediziners, damit habe ich schon mal gute Erfahrungen gemacht“, sagte der Chefarzt der Frauenklinik des Fürstenfeldbrucker Klinikums, Dr. Moritz Schwoerer. „Mit diesem Know-how-Austausch sichern wir entsprechend der Leitlinien für Diagnostik und Therapie Qualität und das in der Nähe der Patientin“, so Dr. André Motamedi, Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe des Klinikums Landsberg. Bislang wurden Brustkrebserkrankte im Brustzentrum Allgäu mit den Kliniken Memmingen und Kaufbeuren behandelt. Jetzt erfolgt die medizinische Betreuung in Landsberg oder Fürstenfeldbruck, je nachdem, wo die Patientin wohnt, mit der gleichen medizinischen Qualität. Auf der jüngsten Tumorkonferenz in Landsberg befassten sich zwölf Mediziner mit den vorliegenden Fällen und legten individualisierte Behandlungen fest. Entsprechend der ganzheitlichen Sichtweise ist von Anbeginn die Betreuung durch Psychoonkologen gesichert. Die beiden Chefärzte bringen jahrelangen Erfahrungen ein, sodass schon beim Start des Brustzentrums Oberbayern West die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft zur Zertifizierung hinsichtlich der Behandlungsqualität erfüllt sind. Einrichtungen gestärkt Brustkrebs (Mammakarzinom) ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Etwa jede neunte Frau erkrankt. Deshalb ist die medizinische Versorgung vor Ort so wichtig. Das Brust-zentrum Oberbayern West ist die 38. Einrichtung ihrer Art im Freistaat Bayern. Für die Landräte Walter Eichner von Landsberg und Thomas Karmasin von Fürstenfeldbruck, als „Verfechter der kommunalen Krankenhäuser“, so Eichner, bedeutet die neue Kooperation eine Stärkung der medizinischen Einrichtungen unter kommunaler Ägide. „Wir wollen die Häuser in kommunaler Hand behalten. Es müssen nicht immer Konzernstrukturen sein“, begründete Thomas Karmasin die Zusammenführung des Fach- wissens. Landrat Eichner sieht die jüngst diskutierten Zahlungen von „Kopfgelder“ an Ärzte für Überweisungen in stationäre Einricht- ungen als ein „Problem privater Krankenhäuser“. Das Klinikum Landsberg und das Klinikum Fürstenfeldbruck kooperieren bereits seit Jahren unter anderem auf den Gebieten der Krankenpflegeausbildung und der Laborleistungen. Nunmehr ist die ambulante und stationäre Palliativversorgung „an- aber noch nicht ausdiskutiert“. Das ist die Betreuung in der letzten Phase einer nicht mehr heilbaren Erkrankung.

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