Der Beton weicht langsam durch

Wasserwart Alexander Ellinger überprüft im Dießener Hochbehälter ständig den Wasserverbrauch. Foto: Robert

Mit der Sanierung des Dießener Hochbehälters kann nicht mehr länger gewartet werden: In beide Kammern hat sich die Beschichtung aufgelöst, so dass der Beton langsam durchweicht – die so genannte Karbonatisierung hat begonnen, erläutert Wassermeister Michael Deininger. Derzeit werden noch die Kosten ermittelt.

Die Marktgemeinde hat bereits auf die Dringlichkeit reagiert: Im Haushalt 2011 eingeplant ist ein Betrag von 100000 Euro für die erste Kammer, die weiteren Kosten werden auf mehrere Jahre verteilt. Die Arbeiten sollten im Herbst erfolgen, die zweite Kammer gleich nach der Weihnachtspause im Frühjahr 2012, schlägt der Wassermeister vor. Grund: Im Winter verbrauchen die Dießener deutlich weniger Wasser als im Sommer – zwischen 1200 und 1300 Kubikmeter pro Tag statt von Mai bis Mitte August bis zu 2400 Kubikmeter, rechnet Wasserwart Alexander Ellinger vor. Aufgrund des niedrigeren Verbrauchs ist trotz des vorübergehenden Wegfalls eines Behälters die Wasserversorgung des Ortes gesichert. Der Hochbehälter fasst zweimal 1000 Kubikmeter Wasser. Von der knapp einen Kilometer entfernten Quelle in Bischofsried kommt das Wasser im freien Gefälle direkt in den Behälter, wo es über drei Druckzonen in Dießen samt den Ortsteilen St. Georgen und Wengen verteilt wird. Grob fahrlässig? Die Problematik hatte sich schon vor geraumer Zeit abgezeichnet. 1999 errichtet, steht die Sanierung eigentlich zu früh an – in der Regel hält diese Beschichtung 15 Jahre und länger. Die Gemeinde hatte sogar gerichtlich prüfen lassen, ob bei der Ausführung Fehler gemacht wurden. Der Schaden ist aber außerhalb der Gewährleistung, eine grobe Fahrlässigkeit konnte der Firma nicht nachgewiesen werden. Von einem Ingenieurbüro wird untersucht, was neben einer neuen Beschichtung der Kammern das Auskleiden des Behälters mit Edelstahl kostet. „Eine größere Investition, dafür aber eine längere Haltbarkeit“, meint Deininger. Die Möglichkeit eines Edelstahlbehälters hatte auch Hanni Baur (SPD) im Rahmen der jüngsten Finanzausschuss-Sitzung vor­ge­schlagen. Im Gepäck hat Wassermeister Deininger dann wohl eine weitere Nachricht: Die Sanierung des zweiten Hochbehälters auf Dießener Flur sollte gleich im Anschluss erfolgen: Der Bau in Pitzeshofen ist vier Jahre älter – aus dem Jahr 1995. Die Abdichtung des Hochbehälters hat damit schon jetzt ihre Lebensdauer erreicht.

Meistgelesene Artikel

Voreiliger Kahlschlag?

Landsberg – In Kaufering und Igling ist man verstimmt. Der Grund: Die beiden Kommunen sind im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von der Stadt …
Voreiliger Kahlschlag?

Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Landsberg – Wie kann man erreichen, dass die Bürger und Besucher der Lechstadt im Jahr 2035 problemlos, zeitsparend und umweltgerecht mobil sind? Das …
Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kommentare