Bewährungsversager muss sitzen – Amtsgericht verurteilt Disco-Türsteher zu einem Jahr Gefängnis

Für ein Jahr muss ein 31-jähriger Türsteher ins Gefängnis, weil er im Dezember 2007 einen Gast der Diskothek Sommerkeller in Igling verprügelt hat. Der Angeklagte selbst und auch seine Kollegen bestritten zwar vehement, dass sich die Tat so zugetragen hatte wie in der Anklage beschrieben, doch Amtsrichterin Beate Kreller schenkte einer unabhängigen Zeugin mehr Glauben. Die Frau hatte den Vorfall beobachtet und den Täter später eindeutig identifiziert.

Wie berichtet, war die Verhandlung vorvergangene Woche unterbrochen worden, um auf Antrag der Verteidigung zwei weitere Zeugen zu laden, die an jenem Abend im Dezember 2007 ebenfalls die Diskothek besucht hatten. Beide hatten mit der Tatzeugin zusammen vor dem Gebäude auf ein Taxi gewartet, konnten sich jedoch nicht erinnern, etwas Besonderes beobachtet zu haben. Beide gaben vor Gericht an, am fraglichen Abend viel getrunken zu haben. Dem Angeklagten half das jedoch nichts. Zudem war seine lange Vorstrafenliste nicht dazu angetan, das Gericht zur Milde zu bewegen. Bereits als Jugendlicher war der heute 31-Jährige erstmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten und hatte im Laufe der Jahre Verurteilungen für fahrlässige und vorsätzliche Körperverletzungen, Raub und schweren Diebstahl, Fahren ohne Führerschein, Fahrerflucht, Beleidigung und Bedrohung erhalten. Neben Geld- und Bewährungsstrafen verbüßte der vierfache Familienvater mehrere Haftstrafen und stand zum Tatzeitpunkt noch unter offener Bewährung. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft verwies denn auch auf die hohe Rückfallgeschwindigkeit des Angeklagten, den er als „krassen Bewährungsversager“ bezeichnete, und forderte eine 15-monatige Freiheitsstrafe. Mit einem Jahr blieb das Gericht nur knapp unter diesem Antrag – dies, weil das Opfer der Schlägerei nicht erheblich verletzt worden war und selbst kein Interesse an der Strafverfolgung des Täters gezeigt hatte. Eine positive Sozialprognose konnte Richterin Kreller dem Angeklagten nicht mehr ausstellen, weshalb auch eine Strafaussetzung zur Bewährung nicht in Frage kam.

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