Den Bischof begeistert – Leonhardifahrt Reichling mit Bischof Walter Mixa ein Fest des Glaubens

Als „Fest des Glaubens“ hat sich am Sonntag das Jubiläum „100 Jahre Leonhardifahrt in Reichling“ erwiesen. Bischof Walter Mixa zeigte sich nicht nur überrascht von den vielen Ministranten, er zollte dem Projektchor großen Respekt, war erfreut von der Tradition und Volksfrömmigkeit beim Umritt und forderte alle Gläubigen auf, die herrliche bayerische Umwelt verantwortungsvoll zu pflegen.

Über 80 Ministranten aus allen sechs Dörfern der Pfarreiengemeinschaft Lechrain begleiteten den Augsburger Bischof zusammen mit den ehemaligen Geistlichen von Reichling, Matthias Prestele und Pater Anton Latawiec, den derzeitigen Seelsorgern Michael Vogg und Pater Albert Chrusniak sowie dem befreundeten Pfarrer Christof Döring in die überfüllte Pfarrkirche. Mixa blickte in seiner Predigt auf den Seitenaltar mit dem Hl. Leonhard und seinen Ketten. Verkettungen nahm er auch in der heutigen Zeit wahr, in politischen Bereichen, bei der aktuellen Finanzkrise oder auch die Ketten im eigenen Leben. „Seid ein Fan von Heiligen, die aus der Kraft des Glaubens etwas Gutes geschafft haben“, rief Mixa den vielen jungen Ministranten zu. Das Pontifikalamt wurde erstklassig vom Projektchor unter der Leitung von Jochen Geisenberger umrahmt, wofür es am Ende spontanen Applaus gab. Die vielen Ehrengäste auch von politischer Seite nahmen nach einem fast zweistündigen Gottesdienst in den vier bereitstehenden Ehrenkutschen Platz. Weitere zehn Wagen mit religiösen Motiven, die zum 100-Jährigen alle ganz besonders festlich geschmückt waren, sowie rund 150 Pferde bildeten einen langen Zug, der bei dem herrlichen Spätherbstwetter von zahlreichen Zuschauern gesäumt war. Traditionell machte der Umritt am Leonhards-Denkmal, das an die frühere Leonhardi-Kapelle erinnert, kehrt und zog zurück durch das Dorf zum Bruckberg. „Amerika wurde 1492 entdeckt und hier in Reichling hat man bereits 1435 die Pferde gesegnet“, zeigte sich der Bischof beeindruckt von dieser Tradition und Volksfrömmigkeit im Lechrain. In den Grußworten von Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler, Annelies Stanner von der Leonhards-Bruderschaft oder Landrat Walter Eichner wurde immer wieder Robert Noll, dem kürzlich verstorbenen Vorsitzenden des Leonhardivereins gedacht, der an den Vorbereitungen maßgeblich beteiligt war. Der Austausch von zwei Fahnenbändern bekräftigte am Bruckberg eine neue Patenschaft der Reichlinger zum Leonhardiverein Kaufering. Mit dem bischöflichen Segen für alle Pferde, Fuhrleute und Reiter erhielt dieser Festtag für den Glauben auch am Ende eine ganz besondere Note.

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