Die blaue Lagune von Landsberg

Allzu lange ist es ja noch nicht her, dass das Münchener Fastfood Theater in der Lechstadt zu Gast war. Doch wer gedacht hat, dass hier „nur“ eine Wiederholung geboten wird, der hat das Wesen des Improvisationstheaters nicht verstanden. Doch eines blieb gleich: die außerordentliche Wandlungsfähigkeit und die Spontanität der Akteure, die das Publikum wieder verblüfften und begeisterten.

Mit völlig unterschiedlichen Szenenvorgaben als im letzten Oktober im Gepäck betraten die drei Darsteller Karin Krug, Robert Lansing, Sebastian Strehler und Pianist Michael Armann die Bühne. Nach einem Warm-up für das Publikum ging es dann zügig los: immer nach Vorgabe des Publikums, das Ort und Charaktere bestimmen durfte und so erleben konnte, welch pikanten Szenen in einer Aussegnungshalle stattfinden können. Drei verschiedene Situationen zum Thema „Parfüm“, die vom Pianisten vor- und zurückgespult werden konnten, eine Szene, deren Sätze in alphabetischer Reihenfolge gesprochen werden mussten oder das sentimentale Lied vom alten Hut: Der Einfallsreichtum und die Spielfreude der Akteure kennen keine Grenzen. Und sollte sich doch mal eine kleine Länge einschleichen, wird das virtuos überspielt von der kongenialen – und natürlich improvisierten – Begleitmusik des Pianisten Michael Armann. Zettelspielchen Kaum zum Durchatmen – vor Staunen, vor Lachen – kam das Publikum dann in der zweiten Hälfte, die mit dem beliebten Zettelspiel begann. Dabei werden Sätze, die die Zuschauer in der Pause auf Zettel schreiben und auf die Bühne werfen konnten, schlüssig in eine Szene eingebaut. Und wunderbarerweise passte es irgendwie immer, wie die Fachkraft eines Versuchslabors und ihr Praktikant über Pampers und das Wetter philosophierten und dabei in einer dramatischen Aktion Mäuse befreiten. Höhepunkt Bruderkonflikt Absolutes Highlight war der Bruderkonflikt, der in verschiedenen und schnell wechselnden Filmstilen (auch diese vom Publikum vorgegeben) dargeboten wurde. So wechselte Heimatfilm zu Horror, Wildwest zu Science Fiction, Stummfilm zu Seifenoper. Ein Kriminalfilm in bester Humphrey Bogart-Manier sorgte für Spannung und bewies wieder einmal mehr, dass das Fastfood Theater auch eine Improvisation über eine längere Zeitspanne aufrechterhalten kann. Und was passiert, wenn Strandfans den Lech stauen, konnte man in dem Fast-Musical „Die blaue Lagune von Landsberg“ erleben, in dem die Schauspieler auch ihre musikalischen und tänzerischen Talente unter Beweis stellten. Viel zu schnell war der Abend vorbei, von dem jede Minute kurzweilig war. Das Publikum dankte den Akteuren mit langem Applaus und durfte sich dann auf eine Zugabe freuen.

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