Blitzen ohne Zeitbegrenzung – Kommunale Geschwindigkeitsüberwachung in Landsberg: 40-Stunden-Marke soll fallen

„Auf in den Kampf!“ Stadtrat Dieter Völkl (SPD) sagt’s und die große Mehrheit im Bauausschuss ist seiner Ansicht: 40 Stunden kommunale Geschwindigkeitsüberwachung pro Monat sind zu wenig, um der Raserei in der Lechstadt wirkungsvoll Einhalt zu gebieten. Für den verstärken Einsatz der Blitzer bedarf es vorab einer neuen Beschlussfassung, die demnächst im Stadtrat erfolgen soll.

Auslöser der Debatte war der Antrag eines Lechstädters, der die Geschwindigkeit in der Epfenhauser Straße auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert haben wollte. Weitere 90 Anwohner unterstützten die Forderung auf einer Unterschriftenliste. Vor allem nördlich des Zebrastreifens werde viel zu schnell gefahren, man sei nicht mehr bereit, die Raserei und die Lärmbelästigung hinzunehmen, heißt es unter anderem in der Begründung. Kritik der Antragsteller auch an dem festgelegten Messpunkt für die Radarkontrollen im Bereich der Gaststätte „Nonnenbräu“: Die tatsächlich in der Straße gefahrenen Geschwindigkeiten würden dort in keiner Weise widergespiegelt. Ordnungsamtschef Ernst Müller riet davon ab, dem Antrag zu folgen. Bei der Epfenhauser Straße handle es sich um eine Staatsstraße und als solche müsse sie größere Verkehrsmengen aufnehmen können – laut jüngster Zählung sind es rund 5200 Fahrzeuge pro Tag. Weiter führte Müller aus, dass die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit mit 60 km/h „nicht signifikant höher“ sei, als in vergleichbaren Einfallstraßen. Andere wichtige Kriterien für ein Tempolimit seien im fraglichen Bereich ebenfalls nicht erfüllt: Ein Unfallschwerpunkt sei es ebensowenig wie ein Abschnitt mit einem besonders gefährdeten Objekt, etwa Schule oder Kindergarten, auch die öffentliche Sicherheit und Ordnung sei nicht erheblich beeinträchtigt. So geht’s nicht weiter Als „zweckmäßig“ sieht Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) die Ausweitung der Geschwindigkeitsüberwachung an. Die Verwaltung wolle das, betonte er, „weil es so nicht mehr weitergehen kann.“ Aktuell führt der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland an 58 festgelegten Messstel- len im Stadtgebiet Radarkontrollen durch – maximal 40 Stunden pro Monat, gemäß Stadtratsbeschluss. Eben diese Beschränkung soll das Plenum nun komplett aufheben.

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