Blitzen ohne Zeitbegrenzung in Landsberg

Die städtische Verkehrsüberwachung wird sich unter Umständen schon bald dem fließenden Verkehr intensiver annehmen. Es geht um innerörtliche Geschwindigkeitsmessungen, die derzeit noch eine Fremd- firma aus Karlsruhe im Auftrag der Stadt durchführt. „Wir prüfen gerade, ob wir uns nicht ein eigenes Messgerät anschaffen sollten“, kündigte der Leiter des Ordnungsamtes, Ernst Müller, jüngst im Stadtrat an. Zunächst aber hob das Plenum einstimmig die bis dato gültige Beschränkung der Überwachungszeiten auf.

Vor acht Jahren war der Stadtrat dem Ruf der Landsberger Bürger sowie Polizei und Verwaltung nach der Einführung der Geschwindigkeitsüberwachung gefolgt. Gegen eine der Hauptunfallursachen, das zu schnelle Fahren, wollte man vorgehen und trat dem inzwischen aufgelösten Zweckverband „Kommunale Verkehrssicherheit Bayern“ bei. 20 bis 25 Stunden pro Monat waren dessen Teams in der Lechstadt an 15 mit der Polizei festgelegten Messstandorten präsent. Schnell wurde klar, erinnerte Ordnungsamtschef Müller, dass dies zu wenig war. Bereits eineinhalb Jahres später setzte der Stadtrat die Messzeit auf zehn Stunden pro Woche hoch. Während an diesem Rad nicht mehr gedreht wurde, kamen auch auf Anfragen besorgter Bürger immer mehr Standorte hinzu. „Aktuell sind es 52, drei weitere sind beantragt“, so Müller. Eine regelmäßige Überwachung sei da bei gerade mal zehn Einsatzstunden pro Woche nicht möglich. Aus Sicht der Verwaltung und der Polizei kann dem Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten nur mit der Aufhebung der Zeitbeschränkung wirksam begegnet werden. Denn „nur dort, wo wir intensiv messen, bringt’s auch was“, wusste Müller und untermauerte dies mit einem Blick in die Statistik: Die Zahl der Verfahren beim fließenden Verkehr sei in den letzten Jahren um 25 Prozent zurückgegangen, rund 13000 waren es in 2008. Daneben hatte der Innendienst noch an die 15000 Verfahren im ruhenden Verkehr zu bearbeiten. Nach Gefahrenlage Um den in Zukunft noch höheren Aufwand auch im Außendienst – der „Messzeuge“ ist ein städtischer Mitarbeiter – bewältigen zu können, beschloss der Stadtrat eine Anpassung des Stellenplanes, die mit 41500 Euro pro Jahr zu Buche schlagen wird. Dies sei durch Mehreinnahmen im Bereich der Verwarnungs- und Bußgelder zu kompensieren. Nachdem die 40-Stunden- Grenze fortan nicht mehr gilt, kann und soll die Verwaltung die erforderlichen Messstunden aufgrund der Gefahrenlage festlegen.

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