"Blutkörperchen" und "Mullraps"

Die Jugendarbeit des Bayerischen Roten Kreuzes hat im Landkreis Landsberg eine lange und erfolgreiche Tradition. In den Archivunterlagen der Hilfsorganisation ist nachzulesen, dass die erste Jugendgruppe des Kreisverbandes bereits im Jahr 1951 gegründet wurde. Während die damals recht kleine Gruppe noch den schlichten Namen „Helfende Jugend“ trug, sind inzwischen 61 junge Ehrenamtliche ihrem Alter entsprechend in sieben verschiedene Gruppen aufgeteilt und als eigenständige Abteilung im Kreisverband organisiert.

Ohne das Ehrenamt würde in vielen Bereichen unserer Gesellschaft nur noch wenig, manchmal sogar gar nichts mehr funktionieren. Deshalb hat es sich das Jugendrotkreuz zum Ziel gesetzt, die Kinder und Jugendlichen schon sehr früh an die zahlreichen sozialen Aufgaben heranzuführen und ihr freiwilliges Engagement zu fördern. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Mitglieder der „Blutkörperchen“, der „Mullraps“, der „Kuddelmuddelbande“ oder des „1. FC Chaos“ zu den Gruppenstunden, um sich theoretisch und praktisch in Erster Hilfe fortzubilden, gemeinsam zu basteln, miteinander zu kochen oder anderweitig kreativ tätig zu werden. „Unsere Gruppenverantwortlichen und ihre Stellvertreter sind entsprechend ausgebildet, wodurch wir in allen Altersstufen eine qualifizierte und zielorientierte Betreuung der Kids gewährleisten können“, berichtet Markus Danner stolz. Der Leiter der Jugendarbeit ist seit 19 Jahren beim Roten Kreuz und hat damals selbst bei den Jüngsten, den „Bambinis“ angefangen. Neben einer sensiblen Heranführung der jungen Menschen an den Rot-Kreuz Gedanken, spielt die Mitarbeit in nahezu allen Bereichen und Fachdiensten eine Rolle. Die Auswahl ist groß – ganz gleich, ob Ausbildung, Sanitätsdienst, Rettungsdienst, Schnelleinsatzgruppe, Betreuung, Technik oder Telekommunikation – überall werden eifrigen Jungen und Mädchen gemäß ihren Fähigkeiten und Interessen eingesetzt und können sich dort weiterbilden und spezialisieren. Natürlich brennen die Jugendlichen darauf, das Gelernte in die Praxis umzusetzen und sich entsprechend zu präsentieren. Beim letzten Kreiswettbewerb des Jugendrotkreuzes hatten sie hierzu ausreichend Gelegenheit. Das JRK Landsberg ermittelte dabei gemeinsam mit der Wasserwacht Penzing und der Jugendgruppe Pitzling die Sieger bei den Bambinis (sechs bis neun Jahre) sowie in den Altersstufen 1 bis 3 (zehn bis 27 Jahre). Mit dem JRK im Weltall Die „Arbeitsgemeinschaft Wettbewerbe“ hatte die Veranstaltung wie immer glänzend vorbereitet und viele kreative, originelle und knifflige Aufgaben rund um das diesjährige Motto „Das Weltall - mit dem JRK durchs Sonnensystem“ ausgearbeitet. Ehrgeizig und mit viel Freude meisterten die Jugendrotkreuzler die theoretischen Fragebögen, zeigten an den Praxisstationen, dass sie Notfallsituationen schnell erkennen und beurteilen können, wie man Wunden fachgerecht versorgt, oder eine bewusstlose Person in die stabile Seitenlage bringt. Auch Spiel und Kreativität kamen nicht zu kurz: Bei Stehgreifspielen, Musik- und Tanzdarbietungen oder im Parcours durften alle Beteiligten ihre Fähigkeiten und Talente unter Beweis stellen. Bis zum späten Nachmittag waren die Schiedsrichter mit der Auswertung der Aufgaben beschäftigt und konnten endlich das mit Spannung erwartete Ergebnis verkünden. Bei den Bambinis gewann die Wasserwacht Penzing, bei den 10 bis 12-jährigen siegte die „Kuddelmuddelbande“ aus Landsberg, die „Juniorzicken“ der Wasserwacht Penzing hatten bei den 13- bis 16-Jährigen die Nase vorn und die „Quacksies“ vom JRK Landsberg qualifizierten sich bei der Stufe 3 (17 bis 27 Jahre) für die nächste Runde. Alle Siegergruppen gehen nun Ende Juni beim Bezirkswettbewerb an den Start und vertreten dort das JRK Landsberg. Das große Ziel ist die Qualifikation für den Landesentscheid 2009, den das Jugendrotkreuz vom 17. bis 19. Juli im unterfränkischen Würzburg ausge- tragen wird.

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