"Brennende" Probleme

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Sprach auf der Jahreshauptversammlung Klartext: Kommandant Markus Rietig.

Kaufering – Die freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde ist im Schnitt jeden zweiten Tag im Einsatz. Das berichtete ihr erster Kommandant Markus Rietig jetzt auf der Hauptversammlung. 174 Einsätze wurden im vergangenen Jahr gefahren, 2013 waren es nur 136. 

Auf Brandeinsätze entfielen 27 und auf technische Hilfeleistungen 86 Einsätze. Dazu kamen 25 Sicherheitswachen und 31 sonstige Einsätze. In all diesen Bereichen war eine Zunahme der Alarmierungen zu verzeichnen. Rückläufig war nur die Zahl der Fehlalarme von acht auf fünf, worüber sich Markus Rietig sehr erfreut zeigte.

„Ihr erbringt Leistungen, die nicht bezahlbar sind“, sagte Bürgermeister Erich Püttner in seinen Grußworten und bedankte sich im Namen der Marktgemeinde bei allen Feuerwehrmännern und -frauen. In seinem Jahresbericht ging Kauferings Feuerwehrchef Rietig auf eine Einsatzart ein, die seine Kameraden in letzter Zeit zunehmend belastet hat: vorbeugender Brandschutz in der Sporthalle bei Veranstaltungen. 

Wegen fehlender baulicher Brandschutzmaßnahmen genehmigt das Landratsamt größere Veranstaltungen nur noch, wenn mindestens vier Feuerwehrleute mit entsprechendem Löschgerät vor Ort sind. „Dies führt uns beispielsweise bei jedem Heimspiel der Redhocks für mindestens vier Stunden in die Halle“, sagte der Kommandant in Richtung Bürgermeister und Gemeinderäte. Der längste Einsatz dieser Art habe „sogar zwölf Stunden“ gedauert. Es war das große Rock-‘n’Roll-Turnier, zu dem die Floriansjünger sogar im Schichtdienst antreten mussten. 

Kritik an der Politik 

Markus Rietig richtete einen dringenden Appell an die Verantwortlichen in der Politik. „Es darf nicht sein, dass für Versäumnisse in der Vergangenheit immer wieder die Freiwilligen herhalten müssen“. Besserung ist allerdings in Sicht. Im Mai nächsten Jahres sollen die Sanierungsarbeiten an der Sporthalle in der Bayernstraße be­- ginnen. Das hatte der Marktgemeinderat beschlossen (wir berichteten).

Für die Kauferinger Feuerwehr gibt es aber noch ein weiteres „brennendes Thema“, wie sich Markus Rietig ausdrückte. Der Unfallversicherungsträger KUBV hatte in einer Begehung bauliche Mängel im Feuerwehrgerätehaus festgestellt. „Allerdings helfen uns Versprechen, etwas ändern zu wollen, nicht, wenn dann Maßnahmen sukzessive Jahr für Jahr nach hinten verschoben werden“, sagte der Kommandant. Sein Appell an die Politik: „Wir Freiwilligen helfen Euch in unserer Freizeit bei Eurer Pflichtaufgabe Feuerwehr, also helft auch uns, damit wir sicher helfen können“. 

Mehr Frauen als Männer 

Kreisbrandinspektor Peter Kawohl, selbst Kauferinger und früherer Kommandant, stellte eine „bedenkliche Entwicklung“ bei allen freiwilligen Feuerwehren fest. Aufgaben und die Zahl der Einsätze steigen, aber die Zahl der aktiven Mitglieder werde längerfristig rückläufig sein. Umso mehr sei die Jugendarbeit wichtig. Kawohl lobte die Kauferinger Jugendarbeit, die von Stephan Rietig geleitet wird. 

Insgesamt gibt es vier Jugendfeuerwehrmänner und sechs -frauen. 8820 Stunden Dienst für das Gemeinwohl leisteten die 76 Freiwilligen der Kauferinger Wehr, darunter vier Frauen, in 2013. Zum Vergleich: Das Jahr hat 8760 Stunden. Auf Einsätze entfielen 3634 Stunden.

Siegfried Spörer

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