Note 5 minus

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Die Fußgängerbrücke, die parallel zu den Bahngleisen über den Mühlbach führt, ist in einem besorgniserregenden Zustand.

Dießen – Zum Eigentum der Marktgemeinde gehören 62 Brücken, die gepflegt und gewartet werden müssen. Sorgen macht dem Gemeinderat insbesondere die Brücke über die Unterführung zwischen Mühlstraße und Seeanlagen, die begleitend zum Bahnkörper verläuft. In der aktuellen Brückenprüfung bekam sie die Note „5 minus“. Eine 6, so Ingenieur Robert Lotter, bedeute Abbruch und Neubau. Ab der 5 stehe eine Generalsanierung an.

Für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge ist die Brücke neben den Gleisen schon seit Jahren gesperrt, Polizeiautos können passieren. Ein riskanter Schwachpunkt, so Lotter, sei insbesondere das rostige Geländer, das sich an mehreren Stellen bereits aus der Verankerung im Beton löst. Sollten sich einmal mehrere Leute gleichzeitig dagegen lehnen, könne es gefährlich werden. Bei Großereignissen, zum Beispiel beim Töpfermarkt ab Donnerstag, seien solche Situationen nicht auszuschließen. Ein weiteres Risiko sind Stolperfallen im aufgeplatzten Belag. Man müsse bald entscheiden, was zu tun sei, riet Lotter.

Wie Bürgermeister Herbert Kirsch anhand eines Planes der Seeanlagen aufzeigte, steht die Brücke auf Bahngrund. Gleichwohl habe die Gemeinde die gesetzliche Unterhaltspflicht. Marc Schlüpmann (Grüne) erinnerte daran, dass im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Seeanlagen auch ein Abriss der Brücke denkbar sei. Stattdessen soll die Rialtobrücke umgestaltet und erweitert werden. Mit Blick auf den Töpfermarkt gehe es nun fürs Erste darum, das Geländer zu sichern, betonte Kirsch. Hierzu soll das Ingenieurbüro eine Übergangslösung vorschlagen.

Note 5 gab es auch für die Fußgängerbrücke von der Krankenhausstraße zum Friedhof. Hier ist die Metallkonstruktion rostig und der hölzerne Handlauf porös und nicht mehr nutzbar.

Große Risse

Im aktuellen Haushalt der Gemeinde sind 400.000 Euro für Brückensanierungen eingestellt. Rund die Hälfte ist bereits verplant, 130.000 Euro davon für die umstrittene Sanierung der Nepomukbrücke über den Tiefenbach. Wie Lotter erläuterte, weise deren nördliches Auflager große Risse auf, der Betonklotz droht abzurutschen. Darunter liegt eine Baumwurzel, die bereits unterspült ist. Die neue Brücke soll um 40 Zentimeter auf 1,60 Meter verbreitert werden, damit Fahrzeuge des Bauhofs darüberfahren können.

Stark angegriffen ist auch die Brücke am Langen-Bruck-Weg in Sankt Georgen. Hier sind die Fundamente unterspült, Widerlager und Stahlträger angerostet. Zur bestmöglichen Verwendung im Haushalt noch verbliebenen 200.000 Euro möchte der Gemeinderat nun ein Konzept erarbeiten.

Ursula Nagl

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