Brücke über den Lech

Die Stahlarbeiten von Christian Tobin sowie die Skulpturen von Josef Lang sind im Rahmen von „7 aus Lech-Ammersee“ im Malura Museum zu sehen. Foto: Malura

Die Kunst als Brücke über den Lech: Das Malura Museum in Oberdießen präsentiert in seiner aktuellen Ausstellung „Sieben aus Lech-Ammersee“ Fotografien und Bilder im spannenden Dialog mit mensch-lichen Skulpturen. Sieben Künstler aus der Lech-Ammersee-Region stellen bis zum 29. Juli in einer großen Gruppenausstellung ihre Werke aus.

Auf der Vernissage am 10. Juni stellte Monika Groner, erste Vorsitzende des Freundeskreises Malura Museum, die Künstler und ihre Arbeiten vor. Die Malerin Annunciata Foresti lebt und arbeitet in Dießen, sie zeigt nicht figürliche Arbeiten. Meistens arbeitet sie in vielen Schichten, wäscht sie ab und trägt neue auf. Ihr Thema ist die Verletzlichkeit. Mica Knorr Borocco hat ihren Wohnsitz in Utting und ihre abstrakten Bilder beeindrucken zum Teil durch eine ungeheure Dynamik auf der einen Seite und großer Ruhe und Stille auf der anderen Seite. Der junge Fotograf Jörg Kranzfelder aus Dießen präsentiert alltägliche Momentaufnahmen, die durch die Art der Darstellung und die eigenwilligen Formate bestechen. Der durch seine kinetischen Steinskulpturen bekannte Bildhauer Christian Tobin ist dieses Mal fast ausschließlich mit Stahlarbeiten vertreten. Seine ausgefrästen Bildmotive werfen Schattenspiele auf die weißen Wände. Ernst Heckelmann lebt und malt in einer romantisch alten Mühle in Dornstetten am Lech. Seine stürmischen Berglandschaften haben, so Groner, „Züge von Actionpainting“. Ebenfalls in dieser Ausstellung ist seine neue Serie fotografischer Malerei. Unschärfen werden hier gezielt eingesetzt, um zu verändern und Raum für Phantasien zu geben. Das Künstlerehepaar Cornelia Rapp und Josef Lang hat seinen Wohn- und Arbeitssitz in Denklingen. Cornelia Rapp ist mit zwei Fotoinstallationen vertreten, in denen sie Orte und Geschichte aufgreift und zur Auseinandersetzung mit den Themen Hexenverbrennung und Sexualität von Mensch und Tier anregt. Die Skulpturen von Josef Lang aus Holz und Bronze sind mit der Kettensäge bearbeitet, die Oberflächen bleiben rau und grob. Das Werkzeug hinterlässt deutliche Spuren, die durch den monochromen Farbüberzug noch verstärkt werden. „Trotz aller Grobheit wirken sie plötzlich verschämt, unsicher, fragend oder auch weit vorausschauend“, findet Groner. Für den Betrachter treten die Skulpturen mit den Bildern und Fotografien in Dialog. Und beide gewinnen dadurch an Kontrast und Kraft. „Sieben aus Lech-Ammersee“ trägt laut Elke Malura einen wesentlichen Impuls des Malers Malura weiter, für den Kunst die Brücke war, um seinen Visionen Ausdruck zu verleihen. „Kunst als Brücke zwischen Nationen, zwischen Religionen, zwischen arm und reich, jung und alt und, hinsichtlich der jetzigen Ausstellung, Kunst als Brücke über den Lech.“

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Breitband, Straßen, Seeanlagen

Dießen – Kaum Anlass zu Rückfragen und Diskussionen hat der Haushaltsplan 2017 gegeben, den Kämmerer Max Steigenberger am Montag erneut im …
Breitband, Straßen, Seeanlagen

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Kommentare