Vom Bürgerbahnhof weit entfernt – Neue Postagentur im Dießener Bahnhof eröffnet

Die Kunden werden es der Post danken: Pünktlich zum Weihnachtsansturm hat in der Schalterhalle des Bahnhofes eine neue Postagentur eröffnet. Von einem geplanten „Bürgerbahnhof“ nach Landsberger Vorbild ist man allerdings noch weit entfernt. Geschimpft wird vor allem über den mangelnden Service der Bahn: Auskünfte am Schalter gibt es frühestens wieder ab nächster Woche.

„Bei Euch riecht noch alles so neu“, sagt eine Kundin, als sie die ehemalige Schalterhalle betritt. Die Farbe an den Wänden ist auch gerade erst getrocknet, denn Anfang vergangener Woche waren noch die Handwerker am Werk. Mittlerweile aber haben Filialleiterin Sonja Ra­do­caj und ihr Team die Postagentur gut im Griff. „Wir tun alles, um es den Leuten so angenehm wie möglich so machen.“ Notwendig geworden war eine neue Agentur, weil die Inhaberin der alten im Farbengeschäft an der Prinz-Ludwig- Straße die Verträge gekündigt hatte. Jetzt ist die Agentur zwar nicht im ehemaligen Dießener Postamt untergebracht, das vor Jahren an eine Dießener Familie verkauft worden war, aber zumindest im Bahnhofsgebäude gegenüber. Die zentrale Lage, durchgehende Öffnungszeiten, größere Räumlichkeiten und ausreichend Parkplätze sprechen für die neue Agentur. In der ehemaligen Schalterhalle sind neben Verkaufstischen für ein Reisebüro zusätzlich zwei Internetterminal untergebracht, an denen man gegen Gebühr surfen kann. Ohne Pannen läuft der Wechsel am Bahnhof allerdings nicht. Zwar war die Umstellung lange geplant, aber der Service der Bahn mit Beratung und Fahrkartenverkauf folgt erst in der kommenden Woche. „Das Terminal wird erst noch angeliefert, eine Fachkraft weist uns dann ein“, muss die Agentur-Leiterin verärgerten Bahnkunden erklären. Sie kann wenig bis kein Verständnis für diesen fehlenden Service der Bahn aufbringen und hat dies auch den Mitarbeitern der Post-Agentur kundgetan. „Unsere Schuld ist das nicht“, so Sonja Radocaj. Ein anderer Kunde ist entsetzt, dass die ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden bemalten Kacheln an der Wand groß­flä­chig mit Katalogregalen des Reisebüros zugestellt sind. „Da wird alte Kultur einfach niedergebügelt“, moniert ein Senior lautstark. Mehrfach wird auch Arno Fischers „Hammerschmiede“ vermisst. Das große Modell des 2007 verstorbenen Dießener Künstlers steht seit zwei Tagen in der Aula der Carl-Orff-Volksschule. Die Ideal-Mobil AG, Eigentümerin des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes, möchte einen Bürgerbahnhof ähnlich dem preisgekrönten Projekt in Landsberg einrichten. Ein Vertrag mit der Gemeinde über eine öffentliche Toilettenanlage ist geschlossen.

Meistgelesene Artikel

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Kommentare