Gehweg ins Nichts

+
Ins Nichts führt der Gehweg an der Staatsstraße. Das könnte sich vielleicht bald ändern, so die Entscheidung in der Bürgerversammlung.

Dießen – Warum ist der Gehweg für Fußgänger, die auf der Westseite der Staatsstraße von Norden her in Richtung Gewerbegebiet Romenthal unterwegs sind, auf dem Parkplatz schräg gegenüber vom Ammersee Gymnasium plötzlich zu Ende? Diese Frage stellte sich ein Bürger, der das Thema als schriftlichen Antrag zur diesjährigen Bürgerversammlung im Gasthof am Kirchsteig vorlegte.

Wer den Parkplatz durchschritten hat, muss sich entweder unter einem Holzzaun hindurch bücken, um über eine Damm zwischen zwei Retentionsbecken weiterzugehen oder er landet auf der Staatsstraße. Bauingenieur Dieter Hardt könnte sich vorstellen, dass der Holzzaun entfernt und der Damm zu einem Fußweg ausgebaut werden könnte. So wäre eine fußläufige Verbindung zum Gewerbegebiet mit Anschluss an das Fuß- und Radwegenetz ortseinwärts hergestellt. Bürgermeister Herbert Kirsch stimmte mit Hardt überein und stellte einen Ortstermin mit den zuständigen Behörden in Aussicht. 

Erläutert wurde auch ein weiterer Antrag, der eigentlich vom Antragsteller, dem Journalisten und Blogger (www.moosblogger.de) Hans-Peter Sander, kurzfristig zurückgezogen worden war, weil er selbst an der Versammlung nicht teilnehmen konnte. Deshalb konnte über den Antrag nicht abgestimmt werden. 

Einige Informationen dazu wollte der Bürgermeister seinen rund 80 Zuhörern dennoch nicht vorenthalten: Sander hatte angeregt, Beschlussvorlagen und Anträge zu Gemeinderatssitzungen vorab online zu veröffentlichen und Informationen, die bei Gemeinderats- und Ausschusssitzungen der Presse ausgehändigt werden, anschließend auch auf der Website der Gemeinde der gesamten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kirsch hatte allerdings Bedenken. 

Schließlich gehe es bei Bürgeranträgen um Schriftstücke mit personenbezogenem Inhalt, die nicht öffentlich behandelt werden müssen. Eine Weitergabe sei nur in stark anonymisierter Form möglich und dann handle es sich nur noch um „geschwärzte Fragmente“. Zumindest in den Bau- und Umweltausschusssitzungen, so Kirsch, sollen zukünftig jedoch anonymisierte Tischvorlagen bereitliegen. Angesprochen wurde unter anderem auch die Zukunft der Huber-Häuser an der Johannisstraße. 

Langfristig könnte sich Kirsch dort eine Ladennutzung im vorderen denkmalgeschützten Bereich zur Ortsdurchfahrt hin vorstellen. Im rückwärtigen Bereich sei Wohnen denkbar. Eine Beschwerde gab es bezüglich der Gehwegsituation entlang der Prinz-Ludwig-Straße. Diese, so Ute Lauterfeld, sei für Rollstuhlfahrer „extrem gefährlich“. Als Gründe nannte sie Warendisplays auf dem Gehweg. 

Insbesondere im Bereich des „Lagerverkaufs“ würden Parkplätze und Warenpräsentation zu viel Platz wegnehmen. Dem stimmte Kirsch zu: „Die Ladenbetreiber müssen sich entscheiden, entweder Parkplätze oder Warenpräsentation.“ Michael Moser vom „Grappa-Shop“ bedauerte, dass es hinsichtlich Außenbewirtschaftung und Warenpräsentation noch kein Konzept für die Mühlstraße gäbe. Hier wollen sich die Ladenbesitzer nun zusammentun, um Vorschläge zu machen.

Ursula Nagl

Meistgelesene Artikel

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Landsberg – Mal eben den Rasen mähen oder kurz zum Arzt fahren – kein Problem für die Meisten. Alleinstehende oder Senioren stoßen jedoch mit diesen …
"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Kommentare