Die Bürger dürfen mitgestalten

+
Zirka 120 Besucher kamen zur Dießener Bürgerversammlung in den Gasthof Unterbräu, wo Bürgermeister Herbert Kirsch (mit Mikro) unter anderem zum Bootshaus Stellung bezog.

Dießen – Wer am Donnerstag zur Dießener Bürgerversammlung im Gasthof Unterbräu etwas später kam, musste sich mit einem Stehplatz begnügen. Vor rund 120 Zuhörern brillierte Bürgermeister Herbert Kirsch mit einem beherzten Galopp durch den komfortablen Gemeindehaushalt, Anlass zur Diskussion gaben im Wesentlichen einige Anfragen und Anträge – unter anderem zu den Seeanlagen und zum Bootshaus in St. Alban.

Kritik an der Parksituation in der Mühlstraße kam von Fischermeister Simon Rauch. Er möchte insbesondere vier Stellplätze am östlichen Untermüllerplatz zurückhaben, die dort ursprünglich angedacht waren und vom Gemeinderat gestrichen wurde. Zu viel Verkehr auf dem Untermüllerplatz beklagte ein Familienvater. Er müsse in dem als Spielstraße ausgewiesenen Bereich, der gerne als Schleichweg von dem aus Richtung Weilheim kommenden Verkehr genutzt werde, ständig auf seine Kinder aufpassen. Entspannung in Sachen Parkplätze, so eine Idee aus der Bürgerschaft, könnte auch die Tiefgarage an der Mühlstraße bringen, in der bislang zahlreiche Parkplätze durch die Gemeinde fest vermietet werden.

Kirsch machte deutlich, dass das aktuelle Parkplatzkonzept nicht in Zement gegossen sei. Es setzt auf Gespräche mit dem örtlichen Gewerbeverband. Bislang reiche die Wunschliste von mehr Parkplätzen über eine Einbahnstraßenregelung bis hin zur Fußgängerzone.

Ein weiteres großes Thema war der Uferbereich in St. Alban. Mit einem Antrag forderte die Ortsgruppe des Bund Naturschutz die Gemeinde auf, gegenüber dem Landkreis als Grundstückseigentümer auf einem Gesamtkonzept für den Bereich nördlich des Seerestaurants zu bestehen, anstatt sich auf Einzelplanungen für Bootshaus, Bootssteg und Campingplatz einzulassen. Kirsch setzt diesbezüglich auf die Stimmen der Fachbehörden, die sich nun in den Planungsprozess einschalten werden.

Es sei grotesk, so BN-Vorsitzender Dr. Eberhard Senning, dass die Gemeinde die Stiftungsurkunde der Hummelschen Stiftung, die Eigentümerin des Areals südlich des Restaurants ist, bislang nicht einsehen konnte. Auch der Augsburger Segelclub erhebt Anspruch auf das Areal, auf dem die Gemeinde einen öffentlichen Seezugang schaffen möchte.

Der bessere Standort für ein Bootshaus sei nach Ansicht der BN-Vertreter nach wie vor die Rossschwemme beim Strandbadparkplatz, obwohl dem seitens der Naturschutzbehörden widersprochen wird. Der Standort nördlich des Restaurants, werde zu einer Ausweitung des Campingplatzes führen und somit einen bislang noch freien Uferabschnitt zerstören, so die Befürchtung.

Als Folge der Verdichtung befürchtete ein Bürger immer mehr Parkplätze und mehr Verkehr am See. Eine Anfrage gab es auch zur Radwegplanung zwischen Dießen und Raisting. Sieben Varianten seien bereits geprüft worden, so Kirsch, zwei weitere sollen im Sommer folgen. „Die Landkreise müssen eine Lösung finden“, betonte der Bürgermeister. Aufgabe der Gemeinden sei es, beharrlich nachzuhaken.

In Sachen Seekiosk teilte das Gemeindeoberhaupt mit, dass die Bürgerinitiative um Architekt Matthias Krapf derzeit gemeinsam mit der Gemeinde einen Fragenkatalog bezüglich eines alternativen Standorts – näher an der Bahnunterführung oder näher an der Rialtobrücke – ausarbeite, der in der Gemeinderatssitzung verlesen und an das Amt für Denkmalschutz weitergeleitet werden soll. Einen Wettbewerb könne es erst geben, wenn der Standort geklärt sei.

Einen Link zur Neugestaltung der Seeanlagen gibt es ab sofort auf der Homepage der Marktgemeinde (www.diessen.de). „Ihre Rückmeldungen sind uns wichtig“, heißt es da. Ziel sei es, einen größtmöglichen Konsens herzustellen, betonte Kirsch, der weitere Infoveranstaltungen zum Thema Seeanlagen, Kiosk und Mühlstraße ankündigte.

Ursula Nagl

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Kommentare