Auf dem "Soll-Stand"

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Trotz einiger leerer Flure steht der Penzinger Fliegerhorst nicht als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung – aus Gründen der Sicherheit. 

Penzing – Eine Stippvisite von Landrat Thomas Eichinger und eine Präsentation des Penzinger Asylhelferkreises bestimmten neben dem Jahresbericht von Rathauschef Johannes Erhard die Bürgerversammlung in Penzing. Eichinger informierte die knapp 100 Anwesenden – darunter viele Flüchtlingshelfer – über eine neue Unterkunft, die das Landratsamt in Oberbergen für 16 Personen angemietet hat.

Für das laufende Jahr sei Penzing damit, was die Aufnahmezahlen angeht, auf dem „Soll-Stand“ von 57 Menschen. Im kommenden Jahr könnten es 121 werden, „aber ob das so kommt, kann ich Ihnen nicht sagen“, so Eichinger. Unterdessen haben sich die Flüchtlinge, die bereits ein Jahr im Ort leben, offenbar gut integriert. Acht Westafrikaner würden inzwischen arbeiten oder eine Ausbildung machen, berichtete eine Vertreterin des Helferkreises.

Die im Ort lebenden Eritreer würden alle Deutschunterricht erhalten, außerdem kümmern sich die Ehrenamtlichen um Sportangebote, Praktika und Ausbildungsplätze. Was im Moment am meisten gebraucht werde, seien Integrationsbegleiter für Anerkannte. Oberst Daniel Draken, Standortältester des Fliegerhorstes, erklärte im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema, warum die Bundeswehrgebäude trotz einzelner leerer Flure nicht als Asylbewerberunterkunft zur Verfügung stehen. Dies sei aus Gründen der Sicherheit schlicht nicht zu verantworten. „Wir fliegen sensitive Einsätze.“ Allerdings nicht mehr lange – nach 2018 stehe der Fliegerhorst zur Konversion bereit. „Das wird eine Herkules-Aufgabe für die Gemeinde werden“, so Draken.

"Bitterlich beschwert"

Bürgermeister Johannes Erhard berichtete unter anderem von geplanten Straßenbaumaßnahmen wie der Sanierung der Pfettenstraße ab dem Frühjahr 2016. Um Verkehrsthemen drehten sich auch die wenigen Bürgerfragen, die an diesem Abend im Gasthof Frank gestellt wurden. Die durch Warnbaken verengte Einmündung der Kohlstatt- in die Schwabhauser Straße wirke sich nachteilig auf die Verkehrssicherheit aus, kritisierte ein Bürger. Erhard entgegnete, dass die Verengung dem vorgeschriebenen Kurvenradius entspreche und eine Entlastung für die Anwohner bedeute. Diese hätten sich „bitterlich beschwert, dass die Leute an dieser Stelle so um die Kurve schießen“.

Eine weitere Frage betraf die Ausgestaltung der Kreuzung Pfetten- und Kohlstattstraße. Man solle die Anwohner in die Planung einbeziehen, so der Wunsch eines Bürgers. Der Rathauschef erklärte, zum Bebauungsplan werde es noch mehrere Veranstaltungen für die Anwohner geben. Der Straßenbau allerdings sei „durch“. Man sei mit den Plänen dreimal vor Ort gewesen.

Ulrike Osman

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