Sehr interessante Anfragen

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Judoka Tobias Englmaier (links) schaffte es bis zu den Olympischen Spielen in London. Bürgermeister Johannes Erhard gratulierte im Rahmen der traditionellen Sportlerehrung auf der Bürgerversammlung.

Penzing – Die Bürger hätten das Wort gehabt, zeigten aber kaum Interesse, es zu ergreifen. Mit einer einzigen Frage sah sich Bürgermeister Johannes Erhard bei der diesjährigen Bürgerversammlung im gut besuchten Gasthof Frank konfrontiert.

Sie betraf die Sanierung der Pfettenstraße, die eigentlich in diesem Jahr hätte über die Bühne gehen sollen. In seinem Bericht referierte Erhard hauptsächlich über die laufenden und geplanten Bauprojekte, richtete aber auch einen Appell an alle Hundebesitzer. Unter ihnen scheinen einige die gemeindlichen Hundetoiletten regelrecht zu missbrauchen.

Acht Hundekotstationen hat die Gemeinde in den Ortsteilen Penzing und Oberbergen aufgestellt. Laut Erhard werden hier 30 000 Beutel pro Jahr verbraucht. Bei der 14-täglichen Leerung der Hundeklos durch die Mitarbeiter des Bauhofs fielen jedes Mal 80 bis 100 Kilo Kot an. Das allein wäre noch nicht das Problem, doch der Bürgermeister befürchtet, dass Hundebesitzer an gemeindlichen Stationen auch Hinterlassenschaften entsorgen, die gar nicht auf dem jeweiligen Spaziergang angefallen sind, sondern tütenweise von zu Hause mitgebracht werden – „nach dem Motto, die Gemeinde wird’s schon wegräumen“. In den Augen einiger scheine die Hundesteuer dieses Verhalten zu rechtfertigen. „Ich glaube nicht mal, dass das Leute aus dem Ortsbereich sind“, so der Bürgermeister. Die am stärksten betroffenen Hundekotstationen seien nämlich die am Sportplatz und an der Schwiftinger Straße, die mit dem Auto am einfachsten zu erreichen seien.

Ein weiteres Problem seien frei laufende Hunde auf den Freiflächen rund ums Dorf, die Spaziergänger in Angst versetzen. Gelegentlich suchen diese völlig verstört den Bürgermeister im Rathaus auf und fordern die Durchsetzung der Leinenpflicht – doch die gilt nur im Ortsbereich und nicht außerhalb. Erhard wünscht sich deshalb von den Hundebesitzern einen verantwortungsvolleren Umgang mit ihren Vierbeinern.

An laufenden und geplanten Bauprojekten nannte das Gemeindeoberhaupt unter anderem die Sanierung des Kinder­- gartens St. Martin. Nachdem die erste Planung nicht den Förderrichtlinien entsprochen habe, sei eine neue Ausschreibung erfolgt. Einige Angebote lägen bereits vor. Auf dem Penzinger Friedhof soll wegen der großen Nachfrage eine zweite Urnenwand errichtet werden. Für das Sondergebiet Stillerhofstraße, wo der neue Bauhof entstehen soll, laufe das Bebauungsplanverfahren. Aufgrund von Ausgasungen der benachbarten ehemaligen Mülldeponie erwarte man hier zusätz­liche Auflagen, so Erhard.

Das Penzinger Gewerbegebiet ist nach dem Verkauf der letzten beiden Grundstücke vollständig belegt. Eine weitere Ausdehnung sei kaum möglich, bedauerte der Bürgermeister. Anfragen nach Gewerbegrundstücken gingen ständig bei der Gemeinde ein, „auch sehr, sehr interessante“.

Der für dieses Jahr geplante Ausbau der Pfettenstraße sei ein weiteres Mal verschoben worden. Auf die Frage eines Bürgers, welche Kosten auf die An­lieger zukämen und in wie vielen Raten diese erhoben würden, wollte Erhard sich nicht festlegen. „Ich will keine Zahlen nennen, auf die ich später festgenagelt werde.“ Man warte zunächst noch ein städtebauliches Gutachten ab. „Es wird rechtzeitig eine Anliegerversammlung geben“, versprach der Bürgermeister. Im übrigen kündigte Erhard an, dass die Gemeinde in diesem Winter weniger Streugutkästen als bisher aufstellen werde. Bei Bedarf können Bürger sich Split vom Bauhof holen.

Im Rahmen der auf den Penzinger Bürgerversammlungen traditionellen Sportlerehrung zeichnete das Gemeindeoberhaupt noch die Stockschützen Verena Ruile und Matthias Peischer sowie den Judokämpfer Tobias Englmaier aus, der in diesem Sommer bei den Olympischen Spielen in London dabei war. Ulrike Osman

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