Postfreies Greifenberg

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Die Friedhofsmauer in Beuern hat ihre besten Tage lange hinter sich. In der Gemeinde denkt man über eine Sanierung und die Schaffung behindertengerechter Zugänge zu Friedhof und Kirche nach.

Greifenberg – Gut besucht und harmonisch ist die Bürgerversammlung im Gasthof Zur Post über die Bühne gegangen. Die Berichte von Bürgermeister Johann Albrecht und VG-Geschäftsleiter Ralf Müller gaben den rund 60 Anwesenden keinen Anlass zur Klage.

Die Gemeinde ist schuldenfrei, verzeichnete im vergangenen Jahr ein unerwartetes Einnahmeplus und plant heuer einen Ausbau der Kinderbetreuung. Einzig die bevorstehende Schließung der örtlichen Postfiliale ärgert die Bürger.

Noch nie habe er eine so gute Jahresrechnung vorlegen können, so Müller. Der Verkauf einer Firma habe der Gemeinde 1,4 Millionen Euro Gewerbesteuer zusätzlich in die Kasse gespült. Insgesamt nahm Greifenberg 2013 rund 2,3 Millionen Euro Gewerbesteuer und rund 1,5 Millionen Euro Einkommenssteuer ein. Zwei Millionen Euro konnten aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt transferiert werden und stehen nun für Investitionen zur Verfügung.

Das größte Projekt im laufenden Jahr wird laut Bürgermeister Albrecht die Erweiterung des Kindergartens. Es sollen sowohl eine Krippe als auch zusätzliche Räume für die Drei- bis Sechsjährigen gebaut werden. Die längeren Betreuungszeiten würden eine größere Küche und einen Schlafraum erforderlich machen. Insgesamt werde die Maßnahme weit über eine Million Euro kosten.

Zugunsten der Bürger

Straßensanierungen stehen dem Rathauschef zufolge ebenfalls an, etwa an den Ortsverbindungen von Beuern nach Pflaumdorf und von Greifenberg nach Painhofen sowie an der Straße am Echinger Berg. Wieviel man davon in diesem Jahr realisieren werde, sei offen. „Wir müssen schauen, wie weit das Geld reicht“, so Albrecht. Die Gemeinde verzichtet darauf, Straßensanierungskosten teilweise auf die Bürger umzulegen. Lediglich bei erstmaliger Herstellung müssen die Anlieger mitbezahlen. Albrecht möchte außerdem die marode Friedhofsmauer in Beuern sanieren und dabei barrierefreie Zugänge zum Friedhof und zur Kirche schaffen.

Beim Thema Straßenbau forderte eine Bürgerin eine stärkere Berücksichtigung städte- baulicher Aspekte. Entlang der Ortsdurchfahrt wünschte sie sich „Plätze, an denen man verweilen kann, etwa vor der Kirche oder vor der Schlosseinfahrt“.

Ansonsten wurde die Diskussionsrunde vom Thema Postfiliale beherrscht. Die bisherige schließt Anfang Mai, einen Ersatzstandort gibt es bislang nicht, da sich kein Gewerbetreibender bereitgefunden hat, eine Postagentur in sein Geschäft zu integrieren. „Zu den unterirdischen Konditionen der Post hat keiner Bock, das zu machen“, brachte es eine Bürgerin auf den Punkt. Die Gemeinde habe keine Chance, Druck auf das Unternehmen auszuüben, erklärte Ralf Müller auf Anfrage. Aufgrund der geringen Größe des Ortes bestehe für Greifenberg kein Versorgungsauftrag – heißt: Die Post ist nicht verpflichtet, im Dorf präsent zu sein.

Ulrike Osman

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