Für mehr Eigenverantwortung

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Kauferings Grundschulleiterin Henriette Beltz (links) und Renate Kindermann (rechts), Leiterin der Mittelschule, werden ab 2015 ihren Schuletat selbst verwalten.

Kaufering – Was in anderen Bundesländern sich schon seit Jahren bewährt hat, findet nun auch in Kaufering Nachahmung. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, im Jahr 2015 eine sogenannte „Budgetierung“ einzuführen. Somit erhalten bisher von der Marktgemeinde verwaltete Bereiche wie Schulen, Bücherei, Volkshochschule oder Bauhof ein eigenständisches Budget.

Mit Ausnahme der Kauferinger Mitte stimmten alle Parteien und Gruppierungen der Einführung der Budgetierung zu. Über die Einzelheiten und die Höhe der Budgets muss noch im Detail entschieden werden. Bürgermeister Erich Püttner will diese Ratsentscheidung richtungweisend verstanden wissen.

Vorausgegangen waren intensive Beratungen im Finanzausschuss. Dort war man zu dem Schluss gekommen, dass eine Budgetierung Einsparungsmöglichkeiten biete. Für die Kauferinger Grund- und Mittelschule, Bücherei, Volkshochschule und den Bauhof bedeutet die Budgetierung mehr Eigenverantwortung. Sie können, vereinfacht ausgedrückt, selbst über ihre Ausgaben entscheiden und sind nicht in das enge Korsett der haushaltsrechtlichen Vorgaben gebunden. Einsparungen kommen so dem eigenen Budget zugute. Die eingesparten Mittel, beispielsweise bei den Heizkosten, können dann für andere Zwecke eingesetzt werden. In anderen Bundesländern werden je nach Absprache beispielsweise die Einsparungen zwischen den bisherigen Sachaufwandsträgern und den budgetierten Institutionen aufgeteilt.

Eine der Erfahrungen der Budgetierung in anderen Bundesländern ist, dass unnötige Bestellungen am Jahresende entfallen. Diese dienten oft nur dem Zweck, den Etat auszuschöpfen, damit die Mittel nicht verfallen und der Haushaltsplan im kommenden Jahr nicht gekürzt wird, weil man eben seinen Etat nicht ausgeschöpft hat.

Nichts Neues

Für Kauferings Grundschulleiterin Henriette Beltz – sie war im Gemeinderat zugegen, ist Budgetierung nichts Neues. „Ich habe in München und in Wessling die Einführung der Budgetierung mitgemacht“, sagte die Pädagogin und betrachtet dies als sinnvolles Konzept für die Marktgemeinde. Auswüchse wie in anderen Bundesländern gibt es in Kaufering allerdings nicht, denn die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei gut, so Beltz. Auch ihre Kollegin von der Mittelschule, Renate Kindermann, sieht in der Budgetierung Vorteile.

Im Landkreis Landsberg, so Pressesprecher Wolfgang Müller, sei bereits seit 2008 die sogenannte Doppik (Doppelte Buchführung auf Konten) eingeführt worden – zwei Jahre nach der Stadt Landsberg. Müller weiter: „Nachdem in den Vorjahren schon einige Bereiche budgetiert worden waren, wurden mit der Einführung der Doppik alle Bereiche des Landratsamtes im Kreishaushalt einzeln budgetiert – zum Beispiel auch die Sachgebiete, Schulen und der Bauhof.“

Im benachbarten Buchloe dagegen ist man von der Budgetierung noch weit entfernt. „Das ist bei uns kein Thema“, bekräftigt Bürgermeister Josef Schweinberger auf Nachfrage des KREISBOTEN.

Siegfried Spörer

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