Camper räumen das Feld fürs Grün

Öffentliche Parkanlage statt Dauercamper, verkleinerter und nach Norden verschobener Zeltplatz und 230 geordnete Autostellplätze beim Strandbad – mit einer Gegenstimme hat der Marktgemeinderat in der vergangenen Woche einen ersten Bebauungsplanentwurf für das Plangebiet rund um den Campingplatz St. Alban verabschiedet.

Generell waren die Ratsmitglieder voll des Lobes für die öffentliche Grünfläche, die im Südbereich des Campingplatzes entstehen soll. Ein Plus für die Bürger, und ganz nebenbei ist die Gemeinde damit die ungeliebten Dauercamper los. Ein Gewinn ist die Planung gewiss auch für die Schüler des Ammersee-Gymnasiums: für deren Bootshütte soll ein Baufenster ausgewiesen werden soll. Das Gesamtbild des Campingplatzes wird sich nach dem Willen der Planer ebenfalls verändern: Die Fläche des Landkreises nördlich des Restaurants wird um 24 Zeltplätze mit Stellflächen erweitert, wobei das gesamte Areal insgesamt von 114 auf 64 Stellplätze schrumpft. Ein eigener und neuer Sanitärbereich versorgt künftig die Übernachtungsgäste. Damit jedoch europäisches Vogelschutzgebiet und Seebiotop am nördlichen Uferstreifen samt Schilf nicht etwa durch badende Camper in Mitleidenschaft gezogen werden, soll dieser Bereich bis zum Restaurant auch seeseitig eingezäunt werden. Den Schutzgebieten müsse man Rechnung tragen, betonte Ulrike Angerer vom Pla- nungsverband Äußerer Wirtschaftsraum. Einige Gemeinderäte der CSU-Fraktion hinterfragten diesen Aspekt. Edgar Maginot etwa will genau geklärt wissen, wo exakt sich die schützenswerten Biotope befinden. „Dort, wo diese teilweise eingezeichnet sind, ist in Wirklichkeit kein Halm zu sehen.“ Maginot, der gleichzeitig Touris- musreferent der Gemeinde ist, befürchtet außerdem, dass Bäume zu hoch werden und die starken Weiden beim Zeltplatz letztlich auch die Camper gefährden. Keine Sonntagsreden Wolfgang Salzmann formulierte es noch deutlicher: Es bestehe die Sorge, dass man in der Gemeinde entmündigt werde und nicht einmal mehr den See sehen dürfe, „nur weil das jemand in seiner Amtsstube nicht wünscht“. Konsequent seine Stimme verweigerte schließlich bei der Abstimmung CSU-Gemeinderat Alban Vetterl: „Wir wohnen am See, aber wir sehen nicht mehr hin, weil alles andere wichtiger ist als der Mensch.“ Franz Kubat (Dießener Bürger) wehrte sich gegen derartige „Sonntagsreden“ Vetterls, man müsse der Natur ihren Spielraum lassen. Der geforderte Fußweg von der Romenthaler Roßschwämme Richtung Campingplatz wird nachrichtlich aufgenommen, das Recht zur Überplanung hat die Gemeinde jedoch nicht. Der Bebauungsplan-Vorentwurf soll voraussichtlich im Mai ausgelegt werden.

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