Die Chefin der größten Kita

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Leiterin der größten Kindertagesstätte im Landkreis Carola Neseker (links) mit ihrer Stellvertreterin Vera Schmid.

Fuchstal – Das Team arbeitete „strukturiert und diszipliniert“, der herzliche Empfang habe ihr anfangs sehr geholfen, und trotz der vielen Organisation samt Büroarbeit sei ihr das Kennenlernen der Buben und Mädchen leicht gefallen, weil sie jeden Morgen für ein bis zwei Stunden mit in eine der sieben Gruppen gehe: So fasst Carola Neseker ihre Erfahrungen zusammen, die sie während der ersten fünf Wochen in der Kindertagesstätte Fuchstal gemacht hat. Seit September leitet sie die Einrichtung, die mit 140 Buben und Mädchen die größte Kindertagesstätte im Landkreis Landsberg ist.

Carola Neseker ist die erste freigestellte Leiterin, ist also keiner festen Gruppe zugewiesen. Auf die Neuerung haben sich die katholische Kirchenstiftung, die Diözese Augsburg und die Gemeinde Fuchstal, die 80 Prozent der laufenden Kosten übernimmt, heuer verständigt. Begründet wird dies mit der Größe der Einrichtung und mit der zeitintensiven Organisation.

„Wir sind froh, eine fachlich so kompetente Leiterin für unsere Kindertagesstätte gefunden zu haben.“ Dieser Satz kommt aus dem Mund von Kirchenpflegerin Ingrid Hohenadl. In den vergangenen eineinhalb Jahren hatte Vera Schmid die Kindertagesstätte geführt; sie ist jetzt wieder die Stellvertreterin. Was ihr nur recht ist. Denn sie hatte von Anfang klar gesagt, dass sie gern in der Gruppe arbeitet, die Verantwortung für den ganzen Kindergarten aber nur solange übernehme, bis eine freigestellte Leiterin gefunden werde.

In den vergangenen drei Jahren war Carola Neseker die verantwortliche Kraft in einem Kinderhaus in Kaufering. Die 50-Jährige ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und schon seit über 30 Jahren im Beruf der Erzieherin tätig. Die ausgeschriebene Position als freigestellte Leiterin habe sie gereizt, erzählt Neseker, die auf einem Dorf im nahen Ostallgäu zu Hause ist.

Nicht nur im Büro

Bei aller Organisation, Verwaltung und Dokumentation, die in den vergangenen Jahren in den Kindergärten zugenommen habe, bedeute das keineswegs, dass sie die Zeit nur im Büro verbringe. Zwar checkt Carola Neseker zunächst täglich um halb acht Uhr gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Vera Schmid die Morgenlage. Doch ist ihr der Kontakt zu den Kindern ein Anliegen. Sie ist beim Kennenlernen auch „noch nicht ganz durch“, wie sie schmunzelnd bekundet.

Freilich sei es ihre Aufgabe, den Fokus drauf zu legen, Abläufe noch zu verbessern. Doch sie wolle auch Projekte anstoßen – zusammen mit den Gruppenleiterinnen, fügt die neue Leiterin hinzu. Als wichtigen Bestandteil sieht sie die Integrationsgruppe, wo auch fünf Kinder betreut werden, die behindert sind bzw. von Behinderung bedroht sind.

Die Kindertagesstätte Fuchstal besteht aus vier Regelgruppen, einer integrativen Gruppe und zwei Krippengruppen. Während in der Regelgruppe bis zu 25 Buben und Mädchen aufgenommen werden, sind es im integrativen Bereich und in den Krippengruppen maximal 15 Kinder.

Die Kindertagesstätte im Fuchstal ist täglich von 7 bis 16 Uhr geöffnet. Zum pädagogischen Personal zählen 22 Fachkräfte. Hinzu kommen sechs Kräfte im hauswirtschaftlichen und technischen Personal. Gut die Hälfte der Kinder wird mittags vor Ort verköstigt, darunter alle Krippenkinder. Nachmittags ist zurzeit eine Gruppe eingerichtet. Aber da sieht Carola Neseker „den Bedarf für mehr“.

Johannes Jais

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