Mit Charlie Rivel zum Erfolg – Hoppe-Schüler Benjamin Hellmann ist der zweitbeste Steinbildhauer Deutschlands

Die Arbeiten des Bildhauers Joachim Maria Hoppe prägen schon seit langem das Bild Landsbergs. Der Ruethenfestbrunnen, der „Fishman“ im Stadttheater und die Skulptur am Heilig-Geist-Spital sind nur einige seiner Arbeiten. Jetzt wurde einem seiner Lehrlinge eine ganz besondere Auszeichnung zuteil: Mit seiner Büste des legendären Clowns Charlie Rivel erzielte Benjamin Hellmann den 2. Platz im Bundeswettbewerb der Handwerkskammer.

„Akrobat – schöööööön!“ Mit diesem Ausspruch wurde Charlie Rivel Anfang der 30er Jahre weltbekannt. Das hätte er wohl auch gerufen, hätte er die Skulptur sehen können, die der Nachwuchs-Bildhauer Benjamin Hellmann von ihm angefertigt hat. Weil sein Großvater Schauspieler war und den spa­ni­schen Clown sehr verehrt hat, wählte der 21-jährige diesen als Modell für sein Gesellenstück. In den großen Block aus belgischem Granit ließ Hellmann neben seinen Ideen auch seine Liebe zum Theater einfließen. Und das Ergebnis überzeugte nicht nur seinen Lehrherrn Joachim Maria Hoppe, sondern auch die Jurys der Handwerkskammern auf Kreis-, Landes- und schließlich auf Bundesebene. Bewertet wurden die Qualität des Modells, das zuerst angefertigt wird sowie die Exakt­- heit der Übertragung des Modells in Stein. Im Bundeswettbewerb mussten die Bewerber zudem ein Relief nach genauen Vorgaben anfertigen. Hier lagen Benjamin Hellmann und der Sieger nur wenige Punkte auseinander. „Es war letztlich eine Geschmacksfrage, aber es war sehr knapp“, erzählt Hoppe. Der Erfolg Hellmanns ist letztlich auch eine Bestätigung für den Bildhauer, dass sein Lehrkonzept greift: „Ich favorisiere es, wenn ein Azubi mit eigenen Ideen kommt und einen persönlichen Bezug zu seiner Arbeit hat. Natürlich unterstütze ich ihn dabei und durch das Zusammenwirken der Ideen fördere ich das selbständige Arbeiten“. Hoppes Atelier in Thaining ist daher auch nicht mit einem klassischen Lehrbetrieb zu vergleichen. Zwar bildet er den Beruf des Steinbildhauers aus, legt aber großen Wert auf den gestalterischen Aspekt. „Natürlich muss das Handwerkliche beherrscht werden, um das Künstlerische zu verwirklichen, doch das gestalterische Element ist vorrangig.“ Hoppe sieht seine Werkstatt, die zu den besten Ausbildungsstätten für Steinbildhauer in Bayern zählt, als „Schule für Bildhauerei“, ein Konzept, das es in Deutschland nicht so oft gibt. Daher kommen die Bewerber um einen Ausbildungsplatz bei Joachim Maria Hoppe oft von weit her, Benjamin Hellmann ist eigens von Rostock in den Landkreis Landsberg gezogen, um von Hoppe zu lernen. „Ich bilde Künstler aus, das ist eher ein Nischenbereich“, betont Hoppe. Wichtig ist ihm, das Potential freizulegen, das durch die Verbindung von klassischem Handwerk und Kunst entsteht, „das hat eine gewisse Spiritualität“. Benjamin Hellmann bereitet sich nun nach Abschluss seiner Lehre auf die Aufnahmeprüfung der Kunstakademie vor. „Schöööön“ – würde Charlie Rivel sagen.

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