"Charmantes Heizen" vor Ort – Landsbergs neues Heizwerk

Beliefern, verbrennen und heizen – alles vor Ort. Die Wärme, die das neue Holzhackschnitzelheizwerk der Stadt produziert, benötigt nur kurze Wege, um bei seinen Abnehmern anzukommen. Das Holz kommt ebenfalls von nebenan. „Ein guter Kreislauf“, wie Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) beim Anheizen des ersten Holzhackschnitzelkessels im Heizwerk erklärt hat. Mitangeheizt haben dabei auch Ideengeber, Bauleiter und Projektleiter.

Der Anstoß zu einem Heizwerk mit Holzhackschnitzeln kam vom benachbarten Agrarbildungszentrum. Schüler der Technikerschule für Agrarwirtschaft der Fachrichtung Landbau hatten im Projektunterricht über die energetische Versorgung der Schulgebäude mit Biomasse nachgedacht. Ihre Idee eines Holzhackschnitzelheizwerks fand Anklang bei der Stadt Landsberg – mit Aussicht auf eine „ortsnahe“ ökologische Energieversorgung begannen die Städtischen Werke mit der Planung. Im Juni 2008 erfolgte der erste Spatenstich. Nutznießer der neuen Wärme sind neben dem Agrarbildungszentrum auch der Bauhof, das Heilig-Geist-Spital und die Staatliche Berufsschule und Fachoberschule Landsberg, die über ein Stahlrohrnetz von 1000 Metern Länge versorgt werden. Bauleiter Helmut Maier war ebenfalls sehr ideenreich. Er hat sich eine besondere Dachkonstruktion für die Hackschnitzelbehälter an der Außenseite des kleinen Heizwerkes überlegt. Per Knopfdruck heben sich schräge Dächer und das Brennmaterial kann eingefüllt werden. 350 Kubikmeter Holz passen hinein. Das reicht, um eine Woche bei voller Auslastung zu heizen. Neben den zwei Holzkesseln steht noch ein Ölkessel bereit, der bereits zu Schulbeginn im September eingeschaltet wurde und zukünftig als Ersatzkessel dient. Nachdem der kleine Holzkessel, der 500 Kilowattstunden erbringt, in Betrieb ist, wird nun auch der zweite mit einer Leistung von 1000 Kilowattstunden angeheizt. Bei normalen Betrieb werden 95 Prozent der Wärmeenergie mit der Biomasse Holz erzeugt, nur fünf Prozent muss der Ölkessel liefern. Damit wird ökologisch und ökonomisch sinnvoll Öl durch Holz ersetzt. Oskar Imhof, Leiter der Abteilung Fernwärme der Städtischen Werke betont die Effizienz des Heizwerkes – alle entstehende Energie würde optimal ausgenutzt. Auch die Abgase werden rückgewonnen und können so noch Wärme liefern. 2,3 Millionen Euro hat die Heizanlage gekostet. Der Freistaat unterstütze mit 200000 Euro, vom Bund gab es 135000 Euro Förderung. Es sei „eine Anlage mit Charme“, meint Wolfgang Hampel, Schulleiter des Agrabildungszentrums, und freut, sich das seine Schüler hier gleich ganz praktisch die Energieversorgung durch Biomasse lernen können. Offiziell eingeweiht wird das neue Heizwerk der Stadt Ende Januar.

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