"Vergessene Schätze"

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Gerade die Weihnachtszeit ist besonders arbeitsintensiv für Chor und Chorleiter. Spaß ist trotzdem immer dabei.

Landsberg – Betritt man die Stadtpfarrkirche „Zu den Heiligen Engeln“ wird der Blick unweigerlich auf das Zentrum der Rundkirche gelenkt, auf den Altar mit dem darüber hängenden Kreuz. Doch gleich daneben zieht die flügelartige Form der Orgel den Blick auf sich, ebenso wie das große Chorpodest. Man merkt, in dieser Pfarrgemeinde wird die Kirchenmusik großgeschrieben. Warum das so ist, erklärt Kirchenmusiker Bernhard Brosch.

Ein wichtiger Aspekt der Kirchenmusik in „Heilig Engel“ sind ohne Zweifel die Chöre. Der traditionsreichste ist die „Chorgemeinschaft Heilig Engel“, deren Anfänge noch auf die Zeit zurückgehen, als die Pfarrkirche St. Katharina noch Zentrum der Gemeinde war und die heute rund 60 Aktive zählt, einige davon sind seit Jahrzehnten treu dabei. „Zu Anfang hatte die Chorgemeinschaft eher das Image ,der Chor da draußen‘, im Gegensatz zu den Chören in der Altstadt. 

Doch mittlerweile hat sich das gewandelt“, erzählt Bernhard Brosch, hauptamtlicher Kirchenmusiker und Leiter von insgesamt drei Chören der Gemeinde. Die Besonderheit der Chorgemeinschaft liegt vor allem in der Programmauswahl. Broschs große Passion ist es, unbekannteren oder gar vergessenen Schätzen der Kirchenmusik zu neuer Geltung zu verhelfen. „Es gibt jenseits des Mainstreams so viele Sachen, die es wert sind, wieder entdeckt zu werden. Wir haben nicht den Ehrgeiz, die 500. Interpretation des Mozart-Requiems zu singen, stattdessen singen wir zum Beispiel das Requiem von Fauré oder die ,Mass of the Children‘ von John Rutter, zusammen mit dem Kinderchor Engelszungen.“ 

Dabei handele es sich immer um Werke „mit starker inhaltlicher Kraft, mit einer Aussage über das rein musikalische hinaus“. Mit dieser Intention bestreitet der Chor rund 15 Auftritte im Jahr im Rahmen der Gottesdienste, dazu kommen Probenwochenenden, Chorausflüge, alle ein bis zwei Jahre steht ein großes Konzert auf dem Programm. „Wir definieren uns nicht über Konzerte, aber ein Konzert tut jedem Chor gut, setzt zusätzliche Energie frei“, meint der Chorleiter. 

Das nächste Konzert steht im Herbst 2015 auf dem Plan. „Besonders wichtig ist mir auch ein harmonisches Ganzes, das trotz der vielen unterschiedlichen Mitglieder gut funktioniert“, betont Brosch, „denn nur in einer freien Atmosphäre kann man gut singen und arbeiten“. Und das trotz des „Weihnachtsstresses“: da müssen Adventsgottesdienst gesungen werden, parallel Lieder für die Christmette und eine Haydn-Messe für den Festgottesdienst einstudiert und gemeinsam mit einem Jugend-Kammerorchester geprobt werden, bevor es gleich nach den Ferien mit der Sebastians-Prozession weitergeht. Und Ostern ist dieses Jahr auch besonders früh… 

Wie harmonisch das Ganze wirklich ist, habe sich erst vor kurzem bei der Verlegung des Probentages gezeigt. Zum ersten Mal seit Gründung des Chores wurden die Chorproben auf den Donnerstag verlegt. „Niemand ist dadurch abgesprungen“, freut sich der Chorleiter. Neue Interessenten seien übrigens willkommen, einmal bei einer Chorprobe reinzuschnuppern. Chorgemeinschaft „Heilig Engel“, Proben immer Donnerstags, 19.30 bis 21.15 Uhr, Pfarrsaal „Zu den Heiligen Engeln“.

Patricia Eckstein

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