Kurzfilm-Festival im Olympia-Filmtheater

Ein Amateur ist kein Dilettant

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Waren mit dem Kurzfilm-Festival „Cinéma l'après-midi“ im Olympia-Filmtheater rundum zufrieden und wollen nächstes Jahr wieder kommen: Organisator Sigi Menzel (links) und Regisseur Jo Baier (rechts).

Landsberg – Organisator Sigi Menzel hat am Samstag zu Beginn des Kurzfilm-Festivals „Cinéma l'après-midi“ im Olympia-Filmtheater, präsentiert vom KREISBOTEN, gleich den richtigen Rahmen abgesteckt: „Ein Amateur ist kein Dilettant, keiner, der’s nicht kann“, so der renommierte BR-Redakteur, „das Wort bedeutet vielmehr Liebhaber.“

Von der Leidenschaft und Hingabe, mit der die Amateurfilmer ihre zwischen 4 und 29 Minuten hergestellt haben, konnten sich die Besucher im Olympia-Filmtheater – Besitzer Rudolf Gilk hatte den Saal zur Verfügung gestellt – in zwei Blöcken an diesem Samstagnachmittag überzeugen.

Mehrere der Autoren waren selbst anwesend und sahen, wie Regisseur Jo Baier, dessen bewegender Film „Schwabenkinder“ am Abend zum Abschluss gezeigt wurde, zusammen mit Menzel nach jedem Film eine gelungene und lockere, aber dennoch dezidierte Kommentierung vornahm – für viele Besucher einer der Höhepunkte des langen Filmnachmittages.

Langweilig wurde die insgesamt vierstündige Veranstaltung nie, was neben dem bunten Programm auch am gelungenen Zusammenspiel der Moderatoren lag. Menzel stellte Baier vor, den er bereits aus den 60er-Jahren von der Filmhochschule kennt. „Ich bin danach Redakteur geworden, er hat sich weiterentwickelt und ist Regisseur.“

Liebe zum Metier

In Wirklichkeit hat es natürlich auch Wenzel zu einiger Bekanntheit gebracht, er ist nicht nur Programmmacher beim BR (unter anderem „bergauf-bergab“), sondern auch Autor und Veranstalter von populären Workshops für Filmschaffende. Die Liebe zum Metier war ihm und Baier denn auch in jeder Minute anzumerken, ob sie nun über eher konventionell angelegte Dokumentationen, Trickfilme, klassische Kurzfilme oder Parabeln sprachen.

Dass die Geschichte dennoch nicht ausuferte, garantierte Reiner Urban. Der Präsident der bayerischen Abteilung im Bundesverband Deutscher Film-Autoren (BDFA) zog die Veranstaltung straff und gut organisiert durch. „Wir haben vereinbart, dass ich umso schneller aufhören muss zu reden, je näher er mir kommt“, so Menzel schmunzelnd.

Neben der Filmauswahl war das Trio auch offensichtlich von der Atmosphäre im Olympia-Filmtheater angetan. „Ein wirklich schönes Haus mit einem tollen Flair“, so Baier zu Rudolf Gilk, während Menzel und Urban sich freuten, dass die Amateurfilmer den verdienten Rahmen vorfanden. „Mangels anderer Möglichkeiten werden diese Werke dann oft in Turnhallen oder Vereinsheimen gezeigt. Deswegen ist es schön, dass wir dieses Programmkino zur Verfügung gestellt bekommen haben.“

Sowohl von Menzel als auch vom BDFA gab es dann auch schon zu Beginn der Veranstaltung ein klares Bekenntnis: „Das Festival wird es auch im kommenden Jahr wieder geben.“

Christoph Kruse

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