Neuer Kommodore in Penzing:

Fliegender Wechsel beim Lufttransportgewader 61

+
Führungswechsel beim Lufttransportgeschwader LTG 61: Daniel Draken (l.) Oberstleutnant im Generalstab und Transall-Pilot, übernimmt ab dem 23. Juni als neuer Kommodore die Geschwaderleitung von Oberst Markus Bestgen (r.)

Penzing – Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein fliegender Wechsel. Oberst Markus Bestgen, Chef des Lufttransportgeschwaders LTG 61, verlässt das „Cockpit“, um neue Aufgaben zu übernehmen. Sein Nachfolger ist Oberstleutnant Daniel Draken, bisher Oberstleutnant im Gene- ralstab. Die offizielle Amtsübergabe wird am 23. Juni durch den Kommandeur der Fliegenden Verbände, Generalmajor Helmut Schütz vorgenommen. Allerdings ist der neue Kommodore bereits seit Anfang Juni in Penzing, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Der „Neue“ ist wie sein Vorgänger selbstverständlich ein Transall-Pilot und kann 2800 Stunden als verantwortlicher Kommandant in seinem Flugbuch vorweisen. Dazu kommen noch einmal 450 Flugstunden auf AWACS-Flugzeugen vom Typ Boeing 707/E-3A.

Es ist eine Bilderbuchkarriere, auf die Daniel Draken zurückblicken kann. Nach dem Abschluss der Offiziersschule in Fürstenfeldbruck lernte der junge Offizier das Fliegen an der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Bremen. Beim LTG 62 im niedersächsischen Wunsdorf bei Hannover flog Draken dann das Arbeitspferd der Luftwaffe, die zweimotorige Transall C160.

Zusätzliche Aufgaben bei der NATO erwarteten den in Krefeld geborenen Oberstleutnant. Er absolvierte den Generalstabslehrgang. Stabsaufgaben in Verteidigungsministerium gehörten zu seiner letzten Verwendung. Dem Fliegen blieb er aber immer treu, so etwa als Kommandeur der Fliegenden Gruppe beim LTG 62 wie auch zukünftig als Kommodore beim LTG 61 in Penzing.

Daniel Draken war an der Luftbrückenoperation nach Sarajewo ebenso beteiligt wie bei Unterstützungsflügen nach Afrika im Rahmen von KFOR oder SFOR. In Afghanistan war Draken in Kabul und als Kommandeur der Einsatzgruppe in Mazar-Sharif stationert.

Für den Oberstleutnant ist die Versetzung nach Penzing eine „Traumverwendung“, denn der Standort gilt unter den Transportfliegern als der geographisch schönste in Deutschland. Als 17. Kommodere in der Geschichte des Geschwaders übernimmt er die Verantwortung für die derzeit 16 Flugzeuge und ihre Besatzungen. „Ich freue mich auf meine zukünftigen Aufgaben“, sagte Daniel Draken im Interview mit dem KREISBOTEN. Allerdings wird er zunächst auf das Pendeln angewiesen sein, denn seine Familie bleibt vorerst in Wunsdorf, da die drei Kinder derzeit noch in der Ausbildung stecken.

Wechsel nach "Fursty"

Anders als beim neuen Kommodore ist der Einsatzort bei Oberst Markus Bestgen nicht mit einem Umzug verbunden. Er wechselt nach Fürstenfeldbruck und wird sich zukünftig als Lehrgruppenkommandeur I der Offiziersausbildung bei der Luftwaffe widmen. In Penzing wird man Oberst Bestgen sicherlich öfters wiedersehen. Als Transall-Flieger steht er dem Geschwader weiterhin als Pilot zur Verfügung.

Bestgen hat, wie sein Nachfolger, eine ähnlich brillante Karriere vorzuweisen. Auch er lernte das Fliegen an der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Bremen. Zunächst flog er die DO28 beim LTG 62 in Wunsdorf. Dann wechselte Bestgen zur Flugbereitschaft der Luftwaffe nach Köln, zunächst als Flugzeugführer und als Planungsoffizier. Schulungen auf die Typen VFW 614 und Airbus A310 schlossen sich an. 1998 wurde er zum Kommandanten auf dem Airbus A310 ernannt und später zum Staffelkapitän befördert. Referententätigkeit im Bundesverteidigungsministerium schlossen sich an. Die Transall lernte der Oberst erst spät kennen. 2012 erwarb er das sogenannte Typ-Rating für das Transportflugzeug. Im selben Jahr übernahm er als Kommodore das LTG 61 in Penzing.

Der Abschied von seinen Besatzungen und Mitarbeitern falle ihm, Bestgen, nicht ganz leicht, dennoch freue er sich auf die neue Aufgaben. Durch die Verantwortung als Kommodore habe sich aber auch eine Nähe zu den Mitarbeitern entwickelt. „Es bleibt viel von meinem Herzen zurück“. Das sei fast so, als würden die erwachsenen Kinder das Elternhaus verlassen, vergleicht er.

Siegfried Spörer

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Landsberg – Mal eben den Rasen mähen oder kurz zum Arzt fahren – kein Problem für die Meisten. Alleinstehende oder Senioren stoßen jedoch mit diesen …
"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Kommentare