"Das ist jetzt Sache der Gemeinde!"

Verdiente Floriansjünger: Für 25 Jahre aktiven Dienst wurden Alexander Grolbert (links), Andreas Höpfl (3. v. links) und Volker Schmitt (4. von links) ausgezeichnet. Es gratulierten Kreisbrandrat Johann Koller (2. v. links) sowie Bürgermeister Willi Lehmann, Kommandant Ewald Kapfhammer und der bisherige Vorsitzende Andreas Kurz (von rechts). Foto: Osman

Deutliche Worte hat Feuerwehrkommandant Ewald Kapfhammer jüngst auf der Jahreshauptversammlung der Geltendorfer Wehr gefunden: Er lehnt es ab, für die Zustände rund um das alte Feuerwehrhaus weiterhin die Verantwortung zu übernehmen. Die solle in Zukunft der Gemeinderat alleine tragen.

Hintergrund ist die festgefahrene Debatte um das neue Feuerwehrhaus. Fünfmal hat der Gemeinderat in den letzten Monaten den Projektbeschluss vertagt, die Diskussion um Einsparungsmöglichkeiten und Alternativen dreht sich im Kreis. Kapfhammer hat jetzt die Nase voll. „Ich lasse mich nicht vor den Richter zerren, nur weil der Gemeinderat sich zu keiner Entscheidung durchringen kann und sich von so genannten Wutbürgern beeinflussen lässt“, erklärte er. „Ich will nicht Haus und Hof opfern für ein Ehrenamt, das von Bürgern und manchen Gemeinderäten nicht honoriert wird.“ Eigentlich hätte der langjährige Kommandant bei der Versammlung im Gasthaus Alter Wirt im Amt bestätigt werden sollen. Da die Gemeinde jedoch die vorgeschriebene Einladungsfrist nicht eingehalten hatte, musste der Punkt „Wahl des Kommandanten“ kurzfristig von der Tagesordnung genommen werden. Man sei von einer siebentägigen Frist ausgegangen, sagte Bürgermeister Willi Lehmann (CSU). Das Feuerwehrgesetz schreibe jedoch 14 Tage vor. „Da ist ein Fehler passiert“, gestand Lehmann. Er wolle nicht riskieren, dass das Wahlergebnis dadurch anfechtbar sei. Deshalb soll die Wahl demnächst im Rahmen einer Feuerwehrübung nachgeholt werden. Antreten will Kapfhammer auf jeden Fall. „Ich werde die Feuerwehr in der schwierigsten Situation ihrer Geschichte nicht im Stich lassen“, sagte er, auch wenn ihn Freunde in letzter Zeit immer öfter fragten, warum er nicht alles hinwerfe. Seit zehn Jahren weise er auf die Gefahren am und im alten Feuerwehrhaus hin. Die Lage im Wohngebiet, die unübersichtliche Verkehrssituation, die beengten räumlichen Verhältnisse – all dies berge Gefahren für Leib und Leben der Feuerwehrleute und Anwohner, was auch ein Gutachten der Gemeindeunfallversicherung (GUV) bestätigt. Nun will Kapfhammer nicht länger den Kopf dafür hinhalten, wenn hier etwas passiert. „Der Gemeinderat soll schriftlich die Verantwortung übernehmen und mich davon entbinden“, forderte der Kommandant. „Ich weiß nicht, ob das rechtlich überhaupt geht“, räumte er ein. Doch ein Signal in der festgefahrenen Diskussion um das neue Feuerwehrhaus ist es allemal. Man habe die Öffentlichkeit umfassend informiert, habe mit den Fachbehörden den Bebauungsplan auf den Weg gebracht und unzählige Stunden über Einsparungen, Umplanungen und Kostenreduzierungen diskutiert. „Leider hat sich das Ganze trotzdem in ein Fiasko verwandelt, aus dem es scheinbar kein Vor und Zurück gibt“, so Kapfhammer. „Ich als Kommandant verstehe die Welt nicht mehr.“ Schützenhilfe erhielt er von Kreisbrandrat Johann Koller. „Die Unfallgefahr am alten Feuerwehrhaus ist nicht hinnehmbar. Es ist verantwortungslos, dass da nichts passiert.“ Bürgermeister Lehmann erklärte, er selbst stehe nach wie vor hinter dem Projekt, nahm jedoch auch den Gemeinderat in Schutz. Der anstehende Beschluss habe Auswirkungen auf Jahrzehnte, und Geld spiele nun mal eine Rolle. „Man macht es sich bei Gott nicht einfach.“ Inzwischen gebe es neue Fakten und Erkenntnisse, die aber noch durchleuchtet und rechtlich hinterfragt werden müssten. „Wahrscheinlich werden wir erst im Februar zu einer aussagekräftigen Position kommen.“

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