"Das ist kein gutes Ergebnis!"

Ein Bus-Verkehrskonzept für den zweiten Teil des Hauptplatzumbaues gibt es im Moment noch nicht. Foto: kb

Eine unangenehme Überraschung haben die Probebohrungen für den Umbau des Landsberger Hauptplatzes (der KREISBOTE berichtete) ergeben: Praktisch flächendeckend wurde eine bis zu 2,50 Meter starke Lehmschicht entdeckt. „Der Lehm beginnt teilweise schon in 90 Zentimetern Tiefe, teilweise erst bei 1,60 oder zwei Metern“, beschreibt Hans Huttenloher, Leiter des städtischen Tiefbaureferats. Er stellt fest: „Das ist kein gutes Ergebnis der Abteufungen.“

Technisch sei das zwar „beherrschbar“, allerdings erhöht sich mit diesem Resultat der zeitliche und finanzielle Aufwand wohl deutlich. „Wir müssen in diesen Bereichen einen Bodenaustausch vornehmen, weil auf dem Lehm keine Straße gebaut werden kann. Wir müssen Kies einbringen, um die Tragfähigkeit herzustellen.“ Immerhin: Die nötigen Mengen Austauschmaterial sind vorhanden, da die Stadt über eine eigene Kiesgrube mit noch rund 100000 Kubikmetern verfügt. Huttenloher geht davon aus, dass der Bauzeitenplan mit zwei Sperrungen von je sieben Monaten dennoch zu halten ist. „Ich bin zwar kein Wetterprophet, aber wenn es im nächsten Jahr acht Wochen am Stück regnet, kann man irgendwann schon in Schwierigkeiten kommen.“ Damit es aber in solchen Fällen immer eine Reserve gibt, werden die Stadtwerke und die Baufirmen vertraglich verpflichtet, nötigenfalls bis 20 Uhr und auch am Freitag und am Samstag voll zu arbeiten. „Falls es soweit kommt, werden die Einzelhändler wahrscheinlich nicht begeistert sein, aber das lässt sich nicht ändern.“ Die langen Sperrphasen während des Umbaus haben Hans Huttenloher nicht überrascht. „Ich weiß nicht, wer von etwas anderem ausgegangen ist. Jeder, der sieht, wie eng der Bereich am Kloster ist, kann sich vorstellen, dass man da nicht mehr durchfahren kann, wenn aufgegraben wird und dann noch die Baufahrzeuge dort stehen.“ Und: Für die Stadtwerke kalkuliere man jetzt statt der ursprünglich vorgesehen 13 mit 45 Arbeitswochen. Dabei ist der Kanal nicht das große Problem: Der werde größtenteils nicht neu verlegt, sondern im sogenannten „Inliner“-Verfahren lediglich mit Folie ausgekleidet, „das könnte man auch unter Verkehr machen.“ Komplett neu werden aber Wasserleitungen und ein rund zwei mal zwei Meter großer Schacht für die neuen Hausanschlüsse gelegt. Die einzelnen Häuser werden von mehreren Verteilerpunkten sternförmig mit Leerrohren angefahren. „Das erspart uns eine Menge Schieber und Leitungen sind nachträglich besser zu reparieren, ergänzen oder ersetzen, ohne dass dann wieder aufgegraben werden muss“, weiß Referatsleiter Huttenloher. Generell legt er Wert auf die Feststellung, dass „der Hauptplatz ja durchaus angefahren werden kann; noch hat man ja die Salzgasse, da wäre auch denkbar, dass man da die Richtung umkehrt. Nur der Durchgangsverkehr ist damit raus.“ Um den drohenden Verkehrsinfarkt während des Umbaus im Rahmen des Möglichen zu verhindern, hat man sich bereits einige Gedanken gemacht. So sollen die Ampelschaltungen am Postberg und am Königsberger Platz angepasst werden, zudem werde von einem externen Büro derzeit ein Konzept für eine großflächige Hinweisbeschilderung erarbeitet. Huttenloher dazu: „Es könnten sogar auf der A96 Schilder stehen, aber das muss erst genehmigt werden.“ Weitere Punkte zum Hauptplatz-Umbau, die jetzt vorgestellt wurden: • Der gesamte Platz wird einheitlich gepflastert, die Fahrbahn damit nur mit muldenförmigen Entwässerungsrinnen vom reinen Fußgängerbereich getrennt. Zusätzlich wird die Fahrbahn mit blauen oder weißen LED-Leuchten markiert. Huttenloher: „Das ist eher ein gestalterisches Element, unter Sicherheitsaspekten wäre das nicht erforderlich.“ • Im Bereich des Marienbrunnens werden mehrere Stufen gebaut. • Der Mitarbeiter des Tiefbauamtes, der in einem Bürocontainer stationiert wird, soll die Baustelle „überwachen und koordinieren“ und sei der „direkte Ansprechpartner für Einzelhändler, Anwohner und Bau­- firmen, aber nicht der Meckerkasten für Jedermann.“ Absprachen über den Lieferverkehr seien nur in den Fällen nötig, in denen direkt vor dem betroffenen Geschäft gebaut wird. • Noch kein Verkehrskonzept für die Busse gibt es für den zweiten Bauabschnitt, wenn der breitere Teil des Platzes in Angriff genommen wird. Darüber will man sich Gedanken machen, wenn man im Spätsommer 2012 den Baufortschritt beurteilen kann. Der nächste städtische Infoabend zum Hauptplatzumbau findet am Montag, 7. November, um 19 Uhr im Festsaal des Historischen Rathauses statt. Geladen sind die Anwohner, Eigentümer und Selbständigen vom Hauptplatz. Freie Fahrt für den Einsatz Nicht nur für Anwohner, Einzelhändler und Autofahrer bringt der Umbau des Hauptplatzes gravierende Einschnitte, auch die Rettungskräfte haben aufgrund der Verkehrseinschränkungen großes Augenmerk auf die Baumaßnahme geworfen. Von Be­ginn der Planungen an sind Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste deshalb immer wieder mit der Stadt im Gespräch, um ein Konzept für die kommenden Umbaujahre zu erarbeiten. Dabei ist man inzwischen recht weit gekommen, ein neuralgischer Punkt droht allerdings noch zu Komplikationen zu führen. Bei Einsätzen, für die der Hauptplatz bislang von West nach Ost passiert wurde, ist die Ausweichroute während der ersten Umbauphase grundsätzlich so: Von-Kühlmann-Straße – Sandauer Brücke – Vorderanger – Ludwigstraße – Ausfahrt über Hauptplatz Nordbereich. Ausnahmen gelten allerdings in besonderen „Wenn es am Hauptplatz brennt oder Ähnliches passiert, dann wird durch die Baustelle durchgefahren, das ist keine Frage. Wenn Leben in Gefahr sind, geht das natürlich immer vor allem anderen“, erläutert Hans Huttenloher, Leiter des städtischen Tiefbaureferates. Um die Situation so weit wie möglich zu entschärfen, wird außerdem die Feuerwehr eines ihrer Großfahrzeuge im Landsberger Osten stationieren – entweder im Bauhof oder an einem alternativen Standort. Das bietet sich schon deshalb an, weil Kommandant Karl-Heinz Novy seinen Arbeitsplatz in diesem Bereich hat. Sozusagen unter Beobachtung steht bei Feuerwehr, Rettungsdiensten und Stadtverwaltung ab Umbaubeginn die Verkehrssituation im Bereich Schlossergasse und Hinteranger. Sollte es dort wegen der Hauptplatzsperrung zum Dauerstau kommen, ergibt sich ein neues Problem. „Das BRK hat uns schon darauf hingewiesen, dass es dann sein Fahrzeug in der Ludwigstraße abstellen und zu Fuß in die Ledergasse gehen müsste, falls dort beispielsweise jemand einen Herzinfarkt hat. Das geht natürlich nicht.“ Man werde also gezielt darauf achten, ob tatsächlich massive Behinderungen auftreten und dann „überlegen, welche Maßnahmen getroffen werden können“, so Huttenloher. Ob das dann eine weitere Sperrung der genannten Straßen bedeutet, will Huttenloher nicht kommentieren. „Das wäre dann eine Entscheidung des Stadtrates.“

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