Großartige "Brückenbauer"

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Kann einmal mehr auf eine interessante Ausstellung im „kleinen Format“ (Blaues Haus, Dießen) mit über 100 Kunstwerken blicken: Annuciata Foresti.

Dießen – Weit über 100 Kunstwerke von 30 Künstlern, kaum eines ist größer als 40 mal 40 Zentimeter, keines kostet mehr als 500 Euro und alle sind von großartiger bildnerischer Qualität. Einmal mehr hat sich Ausstellungsleiterin Annunciata Foresti gemeinsam mit gut einem Dutzend Helfern mächtig ins Zeug gelegt, um interessante Künstler für „das kleine Format“ zu gewinnen und spannende Werke zu sammeln.

Berühmte Maler wie Hans Dumler oder Bernd Zimmer sind ebenso dabei wie zahlreiche weitere namhafte Künstler aus der Ammersee-Region, aber auch junge Kreative die es zu entdecken gilt. Das Ergebnis ist ein spannender Mix aus Bildhauerei, Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie und Installation unterschiedlichster Stilrichtungen. 

Gut 270 Besucher strömten am Freitagabend ins Blaue Haus zur Ausstellungseröffnung, die mit Klaviermusik live untermalt und von der Moreth Company mit einer eigens konzipierten Theater-Performance „Vom Beobachter zum Beobachteten“ belebt wurde. Den Publikumspreis erhielt die Malerin Angela Smets, gefolgt von Angelika Littwin-Pieper und Ingried Stuckenberger. Die Malerin aus München, die zum ersten Mal im Blauen Haus ausstellte, beeindruckte mit ihrem sechsteiligen Naturzyklus. Mit Öl und Wachs formuliert sie auf Holz eine bleibende, dauerhafte Struktur, die sie aus Farben, Formen, Perspektiven und Räumen ihrer Umwelt ableitet. Keramik, Schwemmholz und Bronze sind die Hauptmaterialien von Angelika Littwin-Pieper aus Feldafing. Daraus entstehen vergnügliche und zuweilen sarkastische Figuren, die sich zu einem Blick auf das absurde, vielgestaltige Welttheater verdichten. Die in München und Dießen lebende Fotografin Ingried Stuckenberger gefiel dem Publikum mit ihren grafischen und malerischen Fotodrucken – meist von den Ufern des Ammersees. 

Es ist längst Brauch, dass Schirmherr und Bürgermeister Herbert Kirsch, beim kleinen Format jeweils ein Werk des Publikumslieblings fürs Rathaus ankaufen darf. Diesmal freute er sich, dass ihm der Gemeinderat grünes Licht gegeben hatte, von allen drei Künstlerinnen, die die meisten Publikumsstimmen für sich gewinnen konnten, jeweils ein Werk zu erwerben. 

Passende Worte zur Ausstellungseröffnung fanden Sepp Dürr, kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, und Kuratorin Foresti. Dürr bezeichnete „das kleine format“ als „zentralen Anlaufpunkt für Kunstschaffende und Kunstinteressierte, regional wie überregional“. Die Ausstellung sei wichtig für die Region und die Marktgemeinde denn sie halte „eine gute alte Tradition lebendig“. Der Ammerseeraum sei geprägt von seinen Künstlern, „ob sie nun mit Text, Ton oder Bildern arbeiten“. Und es sei nicht zuletzt diese „blühende Kunst- und Kulturszene“, die die Region lebenswert und attraktiv mache. 

Die bildende Kunst, so Foresti, dürfe Ecken und Kanten haben, dürfe provokant, brenzlig, fragend oder merkwürdig sein. Sie sei nichts für Anpasser oder Gleichgänger sondern werde „von Menschen geliebt, die sich gerne entführen lassen von Stimmungen, Liebe zum Ausdruck, Farben, Kompositionen und pochenden Herzen“. Denn, so Foresti, „die Kunst schlägt Brücken zu unserem Inneren“. Beim diesjährigen „kleinen Format“ sind 30 großartige Brückenbauer am Werk. 

Infos zur Ausstellung: Das kleine Format (www.das-kleine-format.de) ist bis 1. November jeweils freitags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr im Blauen Haus, Prinz-Ludwig-Straße 23, in Dießen zu sehen. Führungen unter der Leitung der Künstlerin und Kulturjournalistin Nue Ammann finden an den Sonntag, 18. und 25. Oktober, jeweils um 15 Uhr statt. Begleitend zum „kleinen format“ gibt es eine Sonderausstellung im Craft Bräu in der Mühlstraße. Dort zeigt der Dießener Holzbildhauer Johannes Rössle unter dem Titel „Warten auf Bier“ Alltagsgeschichten aus Holz.

Ursula Nagl

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