"Das ist Nostalgie, was hier fährt!"

Wie es mit dem Schienenverkehr im Großraum München und damit auch im Landkreis Landsberg weitergehen soll, darüber hat Andreas Schulz von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) bei der Sitzung der Struktur- und Verkehrskommission im Landratsamt informiert. Und Landrat Walter Eichner (CSU) machte sich bei dem Termin mit dem „Obersten der Schienenverkehrs-Planer in Bayern“ für die Region stark.

Möglich wäre viel, doch sei die Finanzierung der meisten Projekte schwierig – das betonte der Experte für den Schienennahverkehr und die Mitglieder der Kommission stimmten ihm zu. „Die BEG ist die Fachstelle für den Personennahverkehr und kümmert sich dabei um Regionalzüge und S-Bahnen. Die Infrastruktur planen wir aber nicht“, klärte Andreas Schulz zunächst auf. Wichtiges Projekt, das kommen soll, ist die Elektrifizierung der Strecke München-Lindau über Memmingen. Mitte Januar sei das Vorhaben zu­gesagt worden. Der BEG-Planer rechnet Ende 2015 mit der Fertigstellung. „Erhebliche Fahrplanänderungen sind zu erwarten“, erklärte er weiter und hofft, dadurch auch den Frühberufsverkehr verbessern zu können. Das hieße, mehr Waggons auf der Strecke und so könnten mehr Personen befördert werden. Kritisch bewertet Schulz das derzeitige Zug-Angebot: „Das ist Nostalgie, was heute hier fährt“. Ein großes Problem sieht er darin, dass Bahnfahrer vom Ammersee aus schlecht nach Landsberg und wieder zurück gelangen. In München, so informiert er, ist eine zweite S-Bahn-Stammstrecke geplant, die parallel zur bisherigen Hauptstrecke verläuft und diese entlasten soll. Allerdings wird dieses Projekt später als geplant realisiert werden – der Fachmann nennt 2017 als Zeitvorgabe. Ende Februar soll es dazu eine Anhörung vor dem Bayerischen Landtag geben. Der Einsatz von Express-S-Bahnen ist ein weiteres Vorhaben für den Großraum München. Mit weniger Zwischenhalten führen diese schneller, sagt Schulz über diese Bahnen, die vom Flughafen bis in den Westen fahren sollen – und vielleicht auch bis nach Kaufering? Bislang ist das aber noch Zukunftsmusik. Ein Problem im Schienenverkehr der Landeshauptstadt gibt es im Westen auch mit Pasing. Fachmann Schulz spricht von einem Engpass, da Regionalzüge hier nur ein Gleis hätten und so oft in Konflikt mit den S-Bahnen gerieten. Zur Sprache kam zudem der lang gehegte Wunsch, den Münchener Verkehrsverbund (MVV) auf den Landkreis auszuweiten. Doch wie das finanziert werden könnte, ist unklar. Ein Schritt zur Anbindung ist das Projekt „Metropolregion-München“. Seit gut einem Jahr gibt es eine Abo-PlusCard, mit der Pendler zum Beispiel zwischen München und Landsberg mit nur einem Ticket alle öffentlichen Ver­kehrs­mittel nutzen können.

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