Nicht richtig konfiguriert

+
Das auch Nichtöffentliches enthaltende „Vorgabenblatt OB“ war über Monate öffentlich einsehbar.

Landsberg – Ein „Softwarefehler“ (OB Neuner) war laut Stadtverwaltung für das „Datenleck in Landsberg“ auf der städtischen Internetseite verantwortlich (der KREISBOTE berichtete). Am vergangenen Mittwoch ging Stadtjustitiarin Petra Mayr-Endhart auf Nachfrage im Stadtrat noch einmal auf das Problem ein. Letztlich hatte eine nicht vorgenommene Konfiguration des besagten Dokumententyps für die Panne gesorgt.

Die für den Datenschutz verantwortliche kommunale Spitzenbeamtin entschuldigte sich öffentlich bei allen Betroffenen, deren persönliche Daten über die Website einsehbar waren. „Das tut uns sehr leid“, so Mayr-Endhart, die aber einschränkte: „Es waren zwar Namen und Besoldungsgruppen aufgeführt, aber nie die tatsächlichen Gehälter.“

Dass das „Vorgabenblatt OB zur Beschlussvollzugskontrolle“ überhaupt so lange für jedermann im Netz zu finden war, ist ihren Auskünften zufolge mehreren unglücklichen Umständen geschuldet. Der Softwareanbieter des Informationssystems „allris“, bei dem man diese Funktion bestellt hatte, wies laut Geschäftsführer Andreas Dyck nicht ausdrücklich darauf hin, dass das „intern zu verwendende Datenblatt“ so einzustellen ist, dass es im Internet nicht öffentlich angezeigt wird. Mayr-Endhart präsentierte in der Sitzung eine E-Mail, in der sich Dyck für das Versehen und die „Unannehmlichkeiten“ entschuldigt. Auf An­frage des KREISBOTEN weist der Geschäftsführer der Hamburger „CC e-gov GmbH“ allerdings ausdrücklich darauf hin, dass kein Allris-Softwarefehler vorliege.

Dass man in der Stadtverwaltung den Lapsus wiederum über Monate nicht bemerkte, lag offenbar an den internen Abläufen. Zwar wird durchaus überprüft, was im „allris“ steht (und stehen darf), allerdings nicht auf allen Ebenen. Es gebe im System drei Öffentlichkeitsstufen, erläuterte die Stadtjuristin, die „Bürgerinformation“, die „Stadtratsinformation“ und die „Amtsinformation“. Kontrolliert wurde interessanterweise bisher aber laut Mayr- Endhart nur, was die Stadträte zu sehen bekommen – was am Mittwoch im Gremium zu mehr oder weniger belustigten Zwischenrufen führte.

Die fraglichen Dokumente tauchten zwar auf der öffentlichen Internetseite auf, nicht aber auf der internen Plattform für den Stadtrat. „Auf diese Idee, dass Dokumente in der Bürgerinfo stehen, die nicht einmal in der Ratsinformation sind, konnten wir nicht kommen“, räumt die Spitzenbeamtin ein. Grundsätzlich sei der Zugang so abgestuft, dass „die Stadträte immer mehr Infos bekommen als die Bürger“.

Der Fehler in der Freigabe des Formulars sei dem „CompetenceCenter e-government“ in der Hansestadt „sehr unangenehm“, so Mayr-Endhart. „Das ist ein gutes Unternehmen, mit dem wir seit 2009 zusammenarbeiten und das viel Wert auf seinen Ruf legt.“ Man habe jetzt verwaltungsintern Lehren aus dem Vorfall gezogen. „Wir werden künftig auch kontrollieren, was in der Bürgerinfo zu sehen ist.“

Christoph Kruse / Toni Schwaiger

Meistgelesene Artikel

Per "Abi-WhatsApp" in die Zukunft

Landsberg – „Welt, ich komme!“ So deutete Schulleiter Bruno Bayer das Bühnenbild der 88 Abiturienten am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium: der „blaue …
Per "Abi-WhatsApp" in die Zukunft

Für die nächsten Jahrzehnte gerüstet

Schondorf – Der Feuerwehrslogan „Retten, löschen, bergen, schützen“ wurde in Schondorf durch ein weiteres Wort ergänzt: Feiern! Dazu gab es für die …
Für die nächsten Jahrzehnte gerüstet

Mit Chinesisch zum 1,0-Abitur

St. Ottilien – Sollten beim Töpfermarkt in Dießen wieder mal Chinesen teilnehmen und Dolmetscher fehlen, das Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien …
Mit Chinesisch zum 1,0-Abitur

Kommentare