Demo für die Bildung

Seit langem rumort es im Pisamusterland. Schlagworte wie G8, Übertrittsphase, und die neueste Wortschöpfung aus dem Kultusministerium, die „Gelenkklasse“, verwirren. Mit Fackeln und Laternen haben am Samstagabend rund 200 Eltern, Lehrer und Kinder im Fuchstal für eine bessere Schulbildung in Bayern demonstriert.

Zwei Demonstrationszüge, von den Grundschulen in Asch und Leeder ausgehend, vereinigten sich an der Hauptschule zur Abschlusskundgebung. Die Bitte um „bessere Bildung“ stand im Vordergrund. Von den Schulvereinen der Volksschule Fuchstal initiiert, wollten deren Vorsitzende dafür ein Zeichen setzen. Karin Kagerer vom Montessori-Verein MoMo, Susann Vogel vom Förderverein der VS Fuchstal sowie Sabine Wolffhardt vom Verein für die Mittagsbetreuung entwickelten eine Vision. Nach dem Vorbild Baden Württembergs wollen sie landesweit Aktionen dieser Art installieren. Bereits für den 20. November dieses Jahres planen sie eine Lichterdemo für ganz Bayern. Die Elternbeiratsvorsitzende Regina Wölfl formulierte die Bitten der Eltern: Verlängerung der gemeinsamen Grundschulzeit, Einsatz professionelle Zweitkräfte, kleinere Klassen, gezielte Förderung sowie Projektarbeit. Der Fuchstaler Bürgermeister Erwin Karg, erfreut über das große Engagement, ermunterte zu weiteren Aktionen. Kurz skizzierte er die Situation der Hauptschulen in Bayern. Bis 2014 soll deren Zahl von zurzeit 917 auf 600 reduziert werden. Gebundene Ganztagsklassen und die Verringerung der Klassenstärken helfe die soziale Schere im Schulsystem zu schließen. Jahr für Jahr stocke der Freistaat dafür die Zahl der Hauptschullehrer auf. Unterdießens Bürgermeister Dietmar Loose lobte die zwar kleinen, aber durchaus sehenswerten Schritte hin zu einer Verbesserung der Bildungschancen. Gerade weil die soziale Herkunft noch immer über die Zukunft unserer Kinder entscheide, so appellierte er an die Eltern, müssten sie ihren Teil der Verantwortung ernst nehmen. Persönlicher Einsatz sei gefragt, nicht Geschimpfe auf die Politik. Partnerschaft, nicht Feindschaft von Eltern und Lehrern, führten zum Ziel. Noch weiter ging Jörg Poll von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Er fordert den radikalen Schnitt hin zu einer Schule für alle. „Die Qualität unserer Gesellschaft bemisst sich danach, wie mit jenen umgegangen wird, die nicht der „Norm“ entsprechen!“ Die frühe Festlegung der Schullaufbahn in die vier verschiedenen Schularten bedeuteten Stress für alle. Niemand wisse, wie sich ein Kind mit zehn Jahren weiter entwickele. Reichlich Applaus gab’s von den Demonstranten. Bei wärmendem Apfelpunsch unterschrieben viele die ausgelegten Listen der Unterschriftenaktion. Lange noch diskutierten sie auf dem Schulgelände.

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