Denklingen bezuschusst Vereinsheim

Das jetzige Sportheim des VfL steht kurz vor dem Einsturz, weshalb die Sportler dringend eine neue Bleibe brauchen. Foto: Schmid

Große Anspannung herrschte unter den Zuhörern in der jüngsten Gemeinderatssitzung – denn für drei Vereine stand viel auf dem Spiel: der Bau eines gemeinsamen Vereinsheimes beziehungsweise dessen Finanzierung. Nach eingehender Diskussion entschied das Gremium mit zwei Gegenstimmen, für ein gemeinsames Vereinsheim von VfL, Musikverein und Schützen von der Gemeinde aus einen Zuschuss von 50 Prozent zu übernehmen. Für das Vorhaben hat die Kommune bereits ein Grundstück östlich des Sportplatzes erworben.

Die Entscheidung war eine Erleichterung – insbesondere für den VfL: Denn der kann sein einsturzgefährdetes Sportheim nicht mehr lange nutzen und kann sich unweit des maroden Gebäudes jetzt endlich wieder eine neue Vereinsstätte aufbauen. Nach den Kalkulationen des Vereines wäre dies ohne den jetzt gewährten 50-Prozent-Zuschuss nämlich nicht möglich gewesen. 1,6 Millionen Euro Die Kosten für ein Heim, in dem alle drei Vereine unterkommen, werden auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt. Noch nicht ganz geklärt ist jedoch, ob auch die Musiker und die Schützen sich an dem Projekt beteiligen: Dies wird jetzt – auf Basis der Zuschuss-Zusage des Gemeinderates – jeweils vereinsintern geklärt. Bei den Musikern hätten einige jedenfalls einen Platz in der Ortsmitte anstelle des etwas außerhalb gelegenen Standorts am Sportplatz favorisiert. Was den Standort an der Mehrzweckhalle im Ort betrifft, den Gemeinderat Andreas Frieß in der Sitzung nochmals in die Waagschale warf, sah Bürgermeisterin Viktoria Horber vor allem ein Platzproblem: Denn man könnte laut Horber nur in Richtung Parkplatz erweitern und müsste dann sehen, wo man Parkflächen herbekäme – beziehungsweise dafür teuere Flächen in der Ortsmitte erwerben. Regina Wölfl meinte, es wäre ein „Schlag ins Gesicht“, jetzt auf einmal wieder über den Standort an der Mehrzweckhalle zu diskutieren – wo man doch beim Bau eines Vereinsheims oben am Sportplatz schließlich „Kosten bündeln“ könne. Letztlich wurde der Standort Mehrzweckhalle dann in der Diskussion wieder fallen gelassen. Über eine Renovierung der Turnhalle, die Frieß als dringend nötig empfand, soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent zum Vereinsheim, wie von Wölfl beantragt, lehnten die Räte mit drei zu zwölf Stimmen ab. Ebenfalls mit drei zu zwölf Stimmen abgelehnt wurde ein Zuschuss in Form von Sachleistungen wie etwa die Bereitstellung des Rohbaus durch die Gemeinde. Gleiches Recht für alle Der 50-Prozent-Zuschuss, den der Gemeinderat jetzt gewährt hat, bezieht sich grundsätzlich nur auf den Neubau eines Vereinsheimes am VfL-Sportplatz. Allerdings machte Bürgermeisterin Viktoria Horber im Laufe der Diskussion deutlich, dass man andere Vereine in Zukunft auch nicht anders behandeln könne, falls diese für einen Neubau Zuschüsse beantragen würden. Ob dahingehend jetzt auch die Zuschussrichtlinien für Vereine geändert werden, die bisher geringere Finanzspritzen vorsahen, sei bisher aber noch nicht geklärt, informierte Verwaltungschef Johann Hartmann auf Anfrage des KREISBOTEN. In der Sitzung hatte Albert Rambach angeregt, im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes einfach generell den Prozentsatz in den Richtlinien anzuheben. Die Inneneinrichtung des Vereinsheims soll laut den geltenden Richtlinien der Gemeinde bezuschusst werden. Keine Finanzhilfe gibt es für den Gaststättenbereich, da hier auch Einnahmen fließen.

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