Schuster Maschinenbau GmbH expandiert

"Aushängeschild" Maschinenbau

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Rundgang im Betrieb (von links): Landrat Thomas Eichinger, Bürgermeister Michael Kießling, Johann Hartmann von der Gemeinde und Geschäftsführer Christian Steidle.

Denklingen – Ein „Aushängeschild“ für die Gemeinde, das sei die Firma Maschinenbau Schuster. Dies sagte Denklingens Bürgermeister Michael Kießling, als am Samstag bei einer Feier die neue Halle durch Pfarrer Martin Jung gesegnet wurde. Landrat Thomas Eichinger misst dem Betrieb angesichts der Investition (drei Millionen Euro) und des technischen Know- hows im Maschinenbau gar eine Vorreiterrolle zu im Bestreben, im Landkreis Landsberg den Bereich Automotive weiter voranzubringen.

Die neue Halle ist 72 Meter lang, 24 Meter breit und zwölf Meter hoch. Sie ist im Westen des bisherigen Gebäudes im Osten Denklingens errichtet worden. Die Mitarbeiter von Schuster Maschinenbau – zurzeit sind es 74 Festangestellte und sechs Leiharbeiter – haben nun bessere Arbeitsbedingungen und viel mehr Platz. Die Abläufe beim Bau der großen Maschinen für Kunden in Deutschland, Europa und Nordamerika können damit effizient gestaltet werden.

2009 musste der Betrieb Schuster Präzision, den es seit 30 Jahre gab, Insolvenz anmelden. In den besten Zeiten hatte der damalige Geschäftsführer Helmut Schuster 200 Mitarbeiter angestellt. Übernommen wurde die Produktionsstätte vor sechs Jahren von der Dreps Holding aus dem Landkreis Ravensburg. Eigentümer dieser Ge- sellschaft mit zirka 280 Mitarbeitern an mehreren Standorten sind Vater Klaus Dreps und dessen Kinder Christian, Markus und Birgit, die nun ebenfalls zur Feier nach Denklingen gekommen waren.

Bei der Schuster Maschinenbau GmbH sind Andreas Strobl und Christian Steidle gleichberechtigte Geschäftsführer. Strobl, der im südlichen Ostallgäu wohnt, verheiratet ist und drei Kinder hat, kam im April 2014 nach Denklingen. Zuvor war er acht Jahre Vertriebsleiter bei der Firma Bihler in Halblech.

Vor den Mitarbeitern, deren Familien und geladenen Gästen bemühte Andreas Strobl nach der symbolischen Schlüsselübergabe durch Peter Dobler (Kaufbeuren) einen medizinischen Ausdruck. „Wir haben neun Monate am offenen Herzen operiert“. Während der gesamten Bauphase habe man keinen Kundenwunsch abgewiesen und alle Aufträge ausgeführt, zollte der Geschäftsführer hohe Anerkennung für die Ausdauer und Flexibilität der Mitarbeiter.

Als die neue Halle errichtet wurde, hat der Betrieb vorübergehend eine zuvor leer stehende Fertigungsstätte im Osten Schongaus angemietet. Dieses Provisorium ist nun vorbei. Im bisherigen Gebäude östlich der großen Halle befinden sich nun die Vormontage, die Baugruppenmontage und die Verwaltung.

Christian Steidle blickte auf zwei „schwere Jahre“ nach der Übernahme 2009 zurück. Doch in den letzten Jahren sei „hervorragende Arbeit“ im Maschinenbaubetrieb geleistet wor- den. Entscheidend sei – vor allem bei den High-Tech-Maschinen für die Automobilindustrie – die termingerechte Ausführung. Steidle erwähnte, dass man der Segnung und offiziellen Eröffnung bewusst drei Tage mit einer Hausmesse vorangestellt habe, an denen sich Lieferanten und Kunden einen Eindruck vom Produktionsstandort in Denklingen verschaffen konnten.

Wie Geschäftsführer Strobl im Gespräch mit dem KREISBOTEN erklärte, werden in Denklingen Maschinen für den Be­- reich Automotive (Pkw und Nutzfahrzeuge), aber auch für die Herstellung von Elektromotoren, für die Ventile-Fertigung und für den Medizinalbereich produziert. Wesentliche Arbeitsprozesse sind das Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen und Verzahnen. Die Bauzeit der Maschinen, die 300000 Euro aufwärts kosten, beträgt zwischen sechs und zwölf Monaten. Der Jahresumsatz beträgt laut Strobl 20 Millionen Euro. Die Zeichen stehen auf Wachstum. Bis zum Jahr 2017 sollen es bei Schuster Maschinenbau 100 Mitarbeiter werden.

Johannes Jais

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