Gegen ein "Flickwerk"

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Denklingens alter Gemeinderat will die Entscheidung über einen Anbau an das Kindergartengebäude (Foto) den neu gewählten Mitgliedern des Gemeinderat überlassen. Lediglich die Renovierung der Sanitäranlagen wurde jüngst beschlossen.

Denklingen – Der Gemeinderat hatte keine Probleme mit dem Haushalt des Kindergartens und segnete ihn einstimmig ab. Dafür gab es umso mehr Diskussionen um einen Antrag der Kindergartenleitung, den Sanitärraum zu sanieren und einen Personalraum an das bestehende Gebäude anzubauen.

Rund 165000 Euro sollen beide Maßnahmen kosten. Der Vertrag mit dem Träger, der katholischen Kirche, sieht vor, dass die Gemeinde zwei Drittel der Kosten übernehmen muss.

Kindergartenleiterin Claudia Scheid sieht eine Sanierung des Sanitärbereiches als unumgänglich an. Fliesen und Boden seien alt und teilweise kaputt und die Toilettenanlagen entsprächen nicht mehr den Ansprüchen für einen krippengerechten Kindergarten. 65000 Euro müssen für diese Sanierungsmaßnahme bereitgestellt werden. Das sah auch der Gemeinderat so und stimmte dieser Sanierung einstimmig zu. 

Diskussionen gab es dagegen um den geplanten Anbau. Das rund 100000 Euro teure Vorhaben wird damit begründet, dass das bisherige Personalzimmer zum Speisezimmer umgebaut werden soll. Bisher mussten die Kinder ihr Mittagessen in der Turnhalle einnehmen. Dies sei kein erträglicher Zustand, sagte Claudia Scheid, zumal die Tische beim Turnen ein Sicherheitsrisiko darstellten. Gemeinderätin Regina Wölfl fand, dass die Kosten in Höhe von 100000 Euro für den Anbau eines Raumes mit 25 bis 30 Quadratmeter zu hoch seien, zumal keine Vergleichsangebote vorlägen. Sie kritisierte das Vorhaben als Flickwerk, da kein Grundkonzept oder eine langfristige Planung vorliegen würden.

Auch Andreas Horber „widerstrebt es, für 25 Quadratmeter rund 100000 Euro auszugeben. Es ist nicht die schlüssigste Lösung“, sagte Horber. Die Kindergartenleiterin verteidigte zwar die Planung, weil dieser zusätzliche Raum nicht nur als Personalzimmer genutzt werden könne sondern auch Fremdkräfte wie beispielsweise der Logopädin bei ihrer zeitweisen Arbeit im Kindergarten. Auch die Alternative, das Dachgeschoss auszubauen, hält sie für nicht sinnvoll, weil zu teuer und aus brandschutztechnischen Gründen keine Kinder mit in diesen Raum genommen werden dürften. Sie musste allerdings auch zugeben, dass Schulräume leer stünden. Hier müsse sich der Gemeinderat erklären, wie es weitergehen soll, sagte Claudia Scheid. 

Bürgermeisterin Viktoria Horber regte an, einen Vertagungsantrag zu stellen und die Angelegenheit dem neuen Gemeinderat zu übertragen, der dann zusammen mit dem neuen Bürgermeister einen Besichtigungs- termin im Kindergarten vereinbaren könne. Mit zwölf zu zwei Gegenstimmen wurde der Vertagungsantrag schließlich angenommen.

Siegfried Spörer

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