Denkmalliste stark gekürzt

Von der Denkmalschutzliste gestrichen. Das Portal des Gasthofes Unterbräu. Foto: Nagl

Im Dialog mit dem Landesamt für Denkmalpflege will die Gemeinde in Zukunft „die Öffentlichkeit nicht scheuen“, hat Bürgermeister Herbert Kirsch vergangene Woche im Gemeinderat erklärt. Dem Gremium lag ein Schreiben der Behörde mit der aktualisierten Denkmalliste vor, die immerhin 14 Streichungen vorsieht. Ein „Kahlschlag“, den der Rat für unbegründet hält.

Bis zum 15. Januar hat der Marktgemeinderat nun Zeit, zu den Änderungen des Landesamtes Stellung zu nehmen und eventuell sachliche Ergänzungen zu den Objekten vorzutragen. Neu auf die Denkmalliste gesetzt wurde lediglich der Bahnhof aus dem Jahr 1936, den die Gemeinde vor einigen Monaten erworben hat. Von der Liste gestrichen wurden nicht nur Gebäude, wie zum Beispiel ein Wohnhaus in der Fischerei 28 oder der einstige „Schmidtwirt“ in der Herrenstraße 25, sondern auch Details von Objekten, wie etwa die alte Haustür des Bauernhofs, direkt oberhalb des ehemaligen Gasthauses. Sie stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und ist mit „reichem Schnitzwerk“ verziert. Auch das zweiflügelige Holzportal des Gasthofes Unterbräu an der Mühlstraße soll künftig nicht mehr unter Denkmalschutz stehen. Dasselbe gilt für eine barocke Figur aus Holz, die die Fassade des Haushaltswarengeschäfts Hudler ziert. Franz Kubat (Dießener Bürger) fand klare Worte und bezeichnete das Vorgehen des Landesamtes als „ganz gewiss nicht sachgerecht“. Und Franz Sanktjohanser (Offener Kreis) fragte sich, warum gleich so viele Gebäude von der Liste genommen werden: „Das stinkt zum Himmel.“ Auch Bürgermeister Kirsch sieht hinsichtlich der Streichungen des Denkmalschutzamtes „Klärungsbedarf“. Allein gegen die Streichung des ehemaligen Kleinbauernhauses an der Fischermartlstraße 11, das ehemalige „Jocherhaus“, dürfte wohl niemand mehr etwas einzuwenden haben. Es wurde bereits vor zehn Jahren abgerissen und ist durch einen Neubau ersetzt.

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