"Kuno" war das Vorbild

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Namen gesucht: Bildhauer Matthias Rodach wünscht sich einen Namen für seine Bronzefigur, die bislang als „Der Mann mit dem goldenen Fisch“ firmiert. Der beste Vorschlag wird mit einem Duplikat im Maßstab 1:10 belohnt.

Dießen – Selbst der launische April honorierte, dass der Samstag ein besonderer Tag für die Marktgemeinde war. Kurz vor der festlichen Enthüllung der Bronzefigur „Der Mann mit dem goldenen Fisch“, hielt der Regen inne und während die Dießener feierten, lugte sogar gelegentlich die Sonne hervor. An den langen Weg von der Idee, über den Wettbewerb bis hin zum fertigen Kunstwerk, das nun den neu gestalteten Untermüllerplatz schmückt, erinnerten Bürgermeister Herbert Kirsch, der die Zuschauer begrüßte, Kunsthistoriker Dr. Thomas Raff und Bildhauer Matthias Rodach.

Die Anregung zum Wettbewerb an dem sich Künstler aus Dießen und dem Landkreis Landsberg beteiligten, sei von der Malerin Annunciata Foresti gekommen, den Antrag im Gemeinderat legten die Grünen und der Verein Kunstformat vor. Meist, so Raff, sei das Thema „Kunst am Bau“ auf Länder- und Bundesebene zuhause, stehe aber einer Gemeinde wie Dießen, in der viele Künstler leben, ebenfalls gut an. Die Entscheidung für den Entwurf von Matthias Rodach sei in der Wettbewerbsjury vor zwei Jahren sehr einmütig gefallen.

Ein Mann und sein Fisch

Besonders überzeugt habe die Tatsache, dass das Kunstwerk aus allen Himmelsrichtungen zu sehen sei und dass es den ältesten Beruf der in Dießen ausgeübt wird, das Fischerhandwerk, thematisiere. „Nun haben wir so etwas wie die Siegessäule in Berlin“, meinte Raff schmunzelnd. In einen Bronzering am Fuße des 5,60 Meter hohen Eichenstamms auf dem „Der Mann mit dem goldenen Fisch“ steht, ist der Schriftzug „Aus Liebe zum Leben“ eingraviert. Diese Liebe zum Leben und Wertschätzung gegenüber der Natur sei ihm auch begegnet, als er im Archiv der Fischerfamilie Gastl gestöbert habe. Die alte Fotografie eines Fischers, der einen großen Fisch geradezu liebevoll in seinen Armen hält, habe ihn inspiriert, erzählte Bildhauer Matthias Rodach. Er habe ein Kunstwerk schaffen wollen, „das hundertprozentig mit Dießen zu tun hat“.

Auch alte Gebäude in Dießens historischem Zentrum, der Fischerei, ruhen, wie „Der Mann mit dem goldenen Fisch“ auf Eichen – über 100 Pfähle sind es, die den Dießener Bahnhof tragen. Für die Figur des Fischers stand der Bruder des Künstlers, Johannes Rodach, Modell, für den Fisch ein Karpfen namens „Kuno“, der in einer Badewanne untergebracht wurde. Nach getaner Arbeit schwimmt Kuno längst wieder im See, versehen mit einem kleinen silbernen Emblem an der Rückenflosse auf dem zu lesen steht „Wappentier von Dießen, bitte leben lassen“.

Für ihn symbolisiere die Bronze­figur einen Menschen, „der die Schöpfung auf Händen trägt“, so Rodachs Resümee. Bei den aufwendigen Fundamentierungsarbeiten für seine Statue, so Rodach, sei auch eine Bodenprobe aus dem Schlamm der Endmoräne, auf der der Untermüllerplatz liegt, entnommen worden. Daraus mischte der Künstler eine Ölfarbe, deren goldgrüner Farbton nun das Hemd des Fischers ziert.

Bereits am Donnerstag war der Eichenstamm und die 2,30 große Bronzefigur mit Klement Nolls Pferdekutsche vom Bildhauer­atelier in der Seestraße zum Untermüllerplatz gefahren worden. Unterwegs, so Rodach, habe die Figur die Gemeinde kennengelernt, über deren Dächer sie nun blickt. Gut 70.000 Euro soll das Kunstwerk gekostet haben, in das der Künstler mehr als 2000 Arbeitsstunden investierte.

Die Musik zum Fest arrangierte Saxofonist Michael Lutzeier gemeinsam mit Musikerkollegen und einer Gruppe junger Eritreer aus Bischofsried. Gespielt wurden unter anderem ein eritreisches „Zukunftslied“ und die Bayernhymne. „Sie sind hier bei Musik und Tanz zusammengekommen – aus Liebe zum Leben. Das war es was wir uns für den Untermüllerplatz gewünscht haben“, betonte Bürgermeister Kirsch zum Abschluss.

Ursula Nagl

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