"Der Staub war einfach überall"

Zum Klinikum hat Landrat Walter Eichner eine ganz besondere Beziehung. Umbau und Sanierung des Hauses waren über weite Strecken sein „Baby“, war er doch von 1984 bis 1988 Verwaltungsleiter – damals der jüngste in Bayern – und von 1994 bis 2002 Geschäftsführer des Krankenhauses. Die Baumaßnahmen begleiteten seine Tätigkeit praktisch vom ersten Tag an und sind erst jetzt vollständig abgeschlossen – acht Jahre nach Eichners Wechsel ins Landratsamt. Für den KREISBOTEN warf der 60-Jährige einen Blick zurück.

Er habe eine Menge Herzblut in das Projekt investiert, sagt Eichner, und dennoch: „Das Ganze war eine Mannschaftsleistung“. Stadtrat und Kreistag, Bezirksregierung und Freistaat, Ingenieure und Architekten, die vielen Beschäftigten des Klinikums und nicht zuletzt die Patienten – sie alle hätten zum gelungenen Umbau beigetragen. „Die Anfänge des Projekts reichen zurück bis ins Jahr 1993, als die Krankenhausverwaltung aus dem Bettenhaus ins jetzige Verwaltungsgebäude umzog“, blickt Eichner zurück. Damals wechselten die innere und die gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung in die freigewordenen Räume. Mit dem großen Ziel der Gesamtsanierung ging man in den 90er Jahren daran, den Krankenhauskomplex zu er­weitern und zu modernisieren – bei laufendem Betrieb. Ohropax und Piccolo „Es war schon eine schwierige Baustelle“, gesteht der Landrat ein. „Da wurde Beton gesägt und geschnitten, da dröhnte der Presslufthammer.“ In den schlimmsten Phasen eilt Eichner mit Ohropax und Piccolos in der Tasche durch die Abteilungen und wirbt bei den Patienten um Verständnis für Lärm und Unge­mach – mit Erfolg. „Wir haben den Leuten vermitteln können, dass wir für sie umbauen.“ Täglich informiert sich Eichner über die Fortschritte auf der Baustelle, nimmt jede Woche an den Besprechungen der Architekten und Ingenieure teil. Samstags besichtigt er andere Krankenhäuser, holt sich Ratschläge und Ideen. „Es war eine Krankenschwester, die mir sagte, dass es in Dreibettzimmern grundsätzlich Ärger unter den Patienten gibt“, so Eichner. „Da spinnen immer zwei zusammen gegen den dritten.“ Das Architektenbüro entwickelt daraufhin die Idee der Vierbettzimmer mit je zwei Betten an gegen­überliegenden Wänden, zwei Nasszellen und einer Trennwand. „Eine geniale Lösung“, freut sich Eichner noch heute. „Jetzt gibt es in Landsberg die geilsten Mehrbettzimmer überhaupt.“ An der Pumpe Er würdigt die Kooperation jedes einzelnen Mitarbeiters und vermittelt jedem Rädchen im Getriebe seine Anerkennung. „Ganz besonders gelobt habe ich immer unsere Reinigungskräfte. Vor deren Leistung hatte ich Hochachtung, der Staub war ja überall.“ Als an einem Samstag nach starken Regenfällen Wasser ins Gebäude eindringt, kauft Eichner die Tauchpumpen der Landsberger Bau­- märkte auf und pumpt zusammen mit dem damaligen technischen Leiter Erich Greiter das Wasser ab. „Auf die Uhr geschaut habe ich nie!“ Heute sitzt Landrat Walter Eichner in verschiedenen Gesundheitsgremien, vertritt unter anderem die bayerischen Landkreise im Krankenhausplanungsausschuss des Freistaats, ist stellvertretender Vorsitzender der Bayerischen Krankenhausgesellschaft und berät Landkreise, die Probleme mit ihren Krankenhäusern haben und rote Zahlen schreiben. Dem Klinikum Landsberg ist er als Vorsitzender des Verwaltungsrats nach wie vor verbunden, „aber aus dem Tagesgeschäft halte ich mich vollkommen raus“.

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