Es brodelt auch in Kauering

Sie drohen mit der Faust

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Das sollte man sehr ernst nehmen: Am vergangenen Wochenende haben Unbekannte das „Markenzeichen“ des Widerstands gegen Asylbewerber auch an der Eingangstür der Kauferinger Tennishalle aufgesprüht.

Kaufering – Man kann es durchaus als ernstgemeinte Warnung verstehen. An der Eingangstür der zukünftigen Flüchtlingsunterkunft neben der Kauferinger Schwimmhalle hat eine Gruppierung, die sich „Der Widerstand“ nennt, ihr Markenzeichen als Drohung hinterlassen. Es ist eine geballte Faust, aufgesprüht auf die Glastür und die Wand der Tennishalle.

Entdeckt wurde die Sprüherei am Montagmorgen durch den Hausmeister. Der hat es unverzüglich an das Landratsamt weitergemeldet. „Wir haben die Polizei in Landsberg informiert“, bestätigte Landratsamtssprecher Wolfgang Müller dem KREISBOTEN auf Anfrage.

Besondere Brisanz bekommt die Kauferinger Schmiererei durch den Brand in einem geplanten Asylbewerberheim in Neugablonz im Landkreis Ostallgäu vom Wochenende. Dort schließt die Polizei einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. Sie sieht aber keinen Zusammenhang mit den Schmierereien in Kaufering.

Der Brand in Neugablonz in einer geplanten Asylbewerberunterkunft war am frühen Sonntagmorgen entdeckt worden. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden, da die Unterkunft noch nicht belegt war. Laut Polizeibericht habe es Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Brandlegung gegeben. Die Ermittlungen laufen. Die Kaufbeurer Polizei hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Franz Kreuzer, Pressesprecher der Landsberger Polizeiinspektion, sieht gegenwärtig ebenfalls keinen Zusammenhang mit dem Brand in Neugablonz. „In Kaufering sind die Unbekannten mit einer Schablone durch den Ort gezogen“, sagte Kreuzer.

Die Schmierereien seien übrigens nicht nur am zukünftigen Asylbewerberheim festgestellt worden. Laut aktuellem Polizeibericht wurde in mehreren Straßenzügen an Häusern, Pkws und an einer Bushaltestelle das Symbol der Faust mit weißer und schwarzer Lackfarbe gesprüht. Es sei erheblich Sachschaden entstanden. Die Bevölkerung werde um sachdienliche Hinweise gebeten. Pressesprecher Franz Kreuzer ergänzt, je schneller die Information bei der Polizei lande, umso besser seien die Aufklärungsmöglichkeiten. Im vorliegenden Fall sei die Tat aber bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag passiert.

Fremdenfeindliche Schmierereien hatte es in Kaufering bereit vor einem Asyl-Infoabend im September an der Lechauhalle gegeben. Bürgermeister Erich Püttner hatte sich schon damals über die Antiflüchtlingsstimmung Sorge gemacht: „Wenn man anfängt zu zündeln, kann es schnell brennen“. Der Rathauschef sagt jetzt weiter: „In Neugabolenz brennt ein Flüchtlingsheim und bei uns fangen die Schmierereien an“.

Siegfried Spörer

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