Ein "Interim" am Kinderhaus

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Auf dem Nachbargrundstück des Kinderhauses and er Römerauterrasse sollen als „interimistische Sofortmaßnahme“ Container aufgestellt werden.

Landsberg – In der Lechstadt fehlen 57 Krippen- und 24 Kindergartenplätze. Der Stadtrat beschloss daher am vergangenen Mittwoch eine „interimistische“ Sofortmaßnahme: Auf dem Nachbargrundstück des Kinderhauses werden für eine unbestimmte Zeit Con­tainer aufgestellt, die „bis zu vier“ Gruppen fassen: eine Kindergarten- und drei Kinderkrippen-Gruppen. Gleichzeitig nahm sich der Stadtrat aufgrund eines Berichts der Stadtverwaltung vor, auch im Bereich „Obere Wiesen“ eine Kinderbetreuungseinrichtung zu schaffen.

Im Mittelpunkt der Stadtratssitzung stand eine rasche Abfolge nützlicher und in die Zukunft weisender Berichte. Wieviel Einwohner wird die Stadt haben? Reichen unsere Schulen aus? Wieviele Wohnungen brauchen wir? Haben wir genug Baugebiete erschlossen? Und wie steht es um die Kinderbetreuung? Das alles präsentierten der Stadtentwickler „Planwerk“ und Mitarbeiter der Stadtverwaltung so perfekt, dass man schon nah an der Entscheidungsreife war.

440 Kinder mehr

In Sachen Kinderbetreuung startete der Stadtrat jedenfalls gleich durch. Einer verwaltungsinternen Studie zufolge werden im Jahr 2031 in Landsberg 2.025 Kinder unter sechs Jahren leben, 440 mehr als bisher. Geht man davon aus, dass künftig 70 Prozent der Kinder bis zum dritten Lebensjahr einen Krippenplatz und 100 Prozent der Kinder vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr einen Kindergartenplatz brauchen, fehlen 240 Krippen- und 60 Kindergartenplätze. Anzunehmen ist, dass sich dieser Fehlbedarf analog zu den sonstigen Einwohnern auf Ost (28 Prozent) und West (72 Prozent) verteilt.

Aus der graphischen Darstellung der regionalen Verteilung wurde in der Stadtratssitzung deutlich, dass einige Plätze im Osten und viele Plätze im Westen fehlen. Momentan ist der Bedarf im Osten offenbar nicht groß. Dort steht vorübergehend der Schulungsraum der Lebenshilfe am Eulenweg für eine 25-köpfige neue Kindergartengruppe zur Verfügung, aber bislang ist nur für acht Kinder Interesse geäußert worden.

Option "Reischer Talweg"

Welche Lösung für den Osten gefunden wird, ist daher noch offen. Die Lebenshilfe kann nur befristet tätig werden. Die ins Auge gefasste Umwandlung einer Wohnung im Haus des Heilig-Kreuz-Kindergartens kommt nicht voran, weil die Verhandlungen dem Vernehmen nach von Seiten der Kirche nicht mit großem Engagement geführt würden. Denkbar ist daher auch, dass im Rahmen des geplanten Quartiers am Reischer Talweg eine neue Einrichtung geschaffen wird. „Sondierende Gespräche im Zusammenhang mit der Bauleitplanung sind dazu eingeleitet“. Geplant würden dort zwei Kindergarten- und fünf Krippengruppen. Ebenfalls im Osten erwägt das Projektentwicklungsbüro Makowski einen privaten Kindergarten im geplanten Zwei-Sterne-Hotel (der KREISBOTE berichtete).

Grundsätzlich teilen alle Stadträte die von Kindergartenreferentin Doris Baumgartl (UBV) verwendete Formel: „Wir müssen die Kindereinrichtungen zu den Kindern bringen und nicht umgekehrt“. Deswegen spricht sich der Stadtrat nun auch dafür aus, neben der vorübergehenden Erweiterung des Kinderhauses vorrangig an den Oberen Wiesen eine weitere Einrichtung zu schaffen.

Außerdem sind die beiden neuen Standorte am Papierbach fest eingeplant. Hierzu hatte der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, dass beide der Stadt übertragen und dann an Träger übergeben werden. Dieser Beschluss ist aber nach wie vor umstritten und stand im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung teilweise noch einmal zur Disposition.

Werner Lauff

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