Deutlich weniger schwitzen – Abgespeckte Sanierung der Landsberg Eissporthalle – Kein Sommereis mehr

„Eishockey im August ist aus ökologischer Sicht blanker Unsinn!“ Der Oberbürgermeister sagt’s und die große Mehrheit des Stadtrates ist der selben Meinung. Mehr noch: Aus ökonomischer Sicht sei’s nicht weniger unsinnig. Deshalb soll die städtische Eissporthalle nicht im großen Stil, sondern nurmehr im Bestand saniert werden. Kostenpunkt: 2,5 Millionen Euro. „Leidtragender“ des 29:2-Ratsbeschlusses ist der EVL 2000. Ihm wird fortan in der Vorbereitungszeit kein „Sommereis“ mehr zur Verfügung stehen.

Dass dem Traditionsverein an diesem Mittwochabend die sommerliche Eisschmelze bevorstand, hatte sich schon im Vorfeld rumgesprochen. Und so fanden sich zahlreiche EVL-Repräsentanten zur Ratssitzung im Sportzentrum ein. Im Verlauf der Debatte verfinsterte sich die Mine von EVL 2000-Chef Oliver Jaser zusehends, zeichnete sich doch schnell ab, dass die Weichen längst in Richtung „einfache Sanierung“ gestellt waren. Im Gegensatz zu der im Mai bereits beschlossenen großen Lösung mit einem Baubudget von 4,5 Millionen Euro soll nun auf den Neubau der Umkleiden und auf die Mehrzwecknutzung der Halle verzichtet werden. Die jetzt abgesegnete „Generalsanierung im Bestand“ zielt darauf ab, die Eissporthalle für die nächsten 15 bis 20 Jahre fit zu machen. Sie wird, wie Hochbaureferatsleiter Peter Huber erläuterte, ein neues Dach und rundum sanierte Umkleiden bei gleich bleibender Größe bekommen. Zudem soll eine „ertüchtigte“ Lüftungsanlage den Feuch- tigkeitsgrad in der Halle in Zukunft deutlich reduzieren. Dies ist das Gebot der Stunde, denn das Schwitzwasser unter dem von Leimbindern getragenen Dach der Eishalle stellt aus statischer Sicht ein echtes Problem dar. Gäbe es weiterhin ein Sommereis bei naturgemäß besonders großen Temperaturunterschieden wäre laut Huber eine zusätzliche Lüftung erforderlich. Und die würde mit weiteren 500000 Euro zu Buche schlagen In „energiefressende Technik“ so viel zu investieren bereite ihr etwas Bauchschmerzen, warf Sportreferentin Ursula Schaller (SPD) ein. Sie betrachtete die reduzierte Sanierung als „vertretbar“, denn damit könne man „alle Eissportarten erhalten und fördern“. Mit 2,5 Millionen Euro Baubudget sei das immer noch ein „ganz schöner Kraftakt“, ergänzte OB Ingo Lehmann. 1400 Euro pro Tag Auch der dem EVL 2000 sehr nahe stehende CSU-Stadtrat Harald Reitmeir betrachtet die „Sanierung im Bestand als absolut sinnvoll“. Über die Sommereis-Nutzung sollte man allerdings noch mal reden. Einen Schritt weiter gingen die UBV-Räte Dr. Reinhard Steuer und Christoph Jell. Sie erhoben den Einbau der zusätzlichen Lüftung zum Antrag, fanden in der Abstimmung aber keine weiteren Fürsprecher. Zuvor hatte OB Lehmann verdeutlicht, dass „Sommereis nur unter Inkaufnahme erheblicher Bauschäden“ möglich sei. Sehr teuer sei’s zudem – rund 1400 Euro pro Tag.

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Kommentare