Bundeswettbewerb in Achselschwang

Zwei echte Meister im Melken

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Zwei strahlende Sieger und eine Hoheit: Die Deutschen Meister im Melken, Stephan Kreuzer aus Windach (links) und Thomas Schön aus Stoffen (rechts), in Achselschwang mit der Bayerischen Milchkönigin Susanne Polz.

wurden ihrer Rolle gerecht: Die Lokalmatadore Stephan Kreuzer aus Windach und Thomas Schön aus Stoffen holten sich die Titel „Deutscher Meister“ beim 34. DLG-Bundeswettbewerb im Melken im Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchvieh- und Rinderhaltung Achselschwang. Stephan Kreuzer siegte in der Kategorie „Fischgrätenmelkstand“ und Thomas Schön in der Kategorie „Melkkarussell“. Zusammen mit Andreas Hackl holten sie auch den Mannschaftstitel nach Bayern. Mit 43 bzw. 43,5 Punkten Vorsprung siegten die „Glorreichen Drei“ vor Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Bereits zum sechsten Mal wurde dieser Leistungsvergleich der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft DLG für den Nachwuchs im LVFZ Achselschwang durchgeführt. Georg Hammerl, der Leiter des Fachzentrums, konnte 36 Teilnehmer zwischen 16 und 25 Jahren aus allen Bundesländern begrüßen, dazu je zwei Vertreter aus Belgien, Luxemburg und der Schweiz für einen Mehrländerwettkampf.

Der alle zwei Jahre stattfindende Bundeswettbewerb dient der Ermittlung der besten Fachkräfte in der Milchproduktion im Hinblick auf eine qualifizierte Melkarbeit unter Verwendung zeitgemäßer Technik. Der fachliche Ausbildungs- und Kenntnisstand wird dabei von einer strengen Prüfungskommission nach einem Punktesystem in 13 Kriterien ermittelt: Von der Kontaktaufnahme mit der Kuh über die Ansetzzeit der Melkzeuge bis zur Reinheit der gewonnenen Milch. Neben der praktischen Melkarbeit ging es auch um den Test auf Eutergesundheit, den sog. Milchzelltest, sowie um eine schriftliche Prüfung.

Gemolken wurde an drei Tagen in aller Herrgottsfrüh und am Nachmittag im Achselschwanger Fischgrätenmelk­stand und im Melkkarussell vom Kloster St. Ottilien, das Pater Tassilo samt den klostereigenen Kühen gerne zur Verfügung gestellt hatte.

Zwischendurch wurde dem landwirtschaftlichen Nachwuchs ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten – von der Besichtigung der Besamungsstation Greifenberg über einen Besuch im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München bis hin zu einer deftigen Brotzeit im Kloster Andechs. Die jungen Leute waren durch die Bank begeistert und fieberten der festlichen Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung im ehemaligen Braunviehstall in Achselschwang entgegen, wo die Windacher Blaskapelle für Stimmung sorgte.

Illustre Gäste konnte LVFZ-Chef Georg Hammerl begrüßen, darunter die Ministerialdirektoren Hubert Bittlmayer und Clemens Neumann vom Bayerischen- bzw. Bundesministerium für Landwirtschaft, Präsident Jakob Opperer von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und Ulrich Westrup, Vizepräsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft DLG. Nicht fehlen durfte „das freundliche Gesicht der Milchwirtschaft“ (Georg Hammerl), die Bayerische Milchkönigin Susanne Polz aus Söchtenau im Kreis Rosenheim.

Hubert Bittlmayer, der für den verhinderten Landwirtschaftsminister Helmut Brunner gekommen war, sprach in seinem Grußwort humorvoll von den drei wichtigsten Wettbewerben in diesem Jahr: Der Fußball-EM, den Olympischen Spielen und vom Bundeswettbewerb Melken in Achselschwang. Bildung, Ausbildung und Fortbildung seien schließlich die Kernaufgaben für die Zukunft der Landwirtschaft. Speziell Bayern sei ein Agrar- und Milchland mit 33.000 Milchviehhaltern und einer Milchproduktion von acht Millionen Tonnen im Jahr. Trotz schwieriger Marktverhältnisse, wie dem Preisdiktat der Discounter und Lebensmittelketten, solle sich der landwirtschaftliche Nachwuchs nicht entmutigen lassen.

Die Teilnehmer am Bundeswettbewerb Melken sahen das auch so und waren jedenfalls mit Feuereifer dabei und freuten sich über ihre Urkunden und Geschenktüten. Für die beiden Sieger und Deutschen Meister Stephan Kreuzer und Thomas Schön gab es zusätzlich eine Goldmedaille und Gutscheine für ein Wellness-Wochenende im Allgäu. Beide Sieger haben übrigens ihre Ausbildung in Achselschwang gemacht, was für die Qualität des Zentrums spricht. Kreuzer absolviert gerade zusätzlich eine Technikerausbildung am Agrarbildungszentrum Landsberg.

Dieter Roettig

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