"Die ersten Blüten sind zu sehen"

Die Handball-Mannschaft des TSV Landsberg: (Hinten von links) Thomas Bartz (Physiotherapeut), Michael Petri (Mannschaftsbetreuer), Max Matzer-Kernich, Roman Müller, Jörg Friedrich, Alexander Neubauer, Hubert Müller (Trainer), Jürgen Krenss (Presse); (Mitte von links:) Alexander Neumeyer, Pascal Müller, Thomas Schwirkmann, Severin Bartl, Mathias Schuberth, Andreas Lerch, Sandor Schmid; (Vorne von links:) Christian Eisen, Oliver Götsch, Alexander Imhoff, Rüdiger Stark, Andreas Messner, Benjamin Kobold, Philipp Scharnagl, Marco Müller; Es fehlt: Roberto Schwirkmann. Foto: Krivec

Am 18. September beginnt für die Landsberger Handballer die neue Saison. Der TSV Landsberg muss dabei in der Landesliga Süd beim ambitionierten TSV Unterhaching antreten. Im Interview mit KREISBOTEN-Mitarbeiter Jürgen Krenss blickt Trainer Hubert Müller auf die neue Spielzeit voraus.

Herr Müller, die letzte Saison in der Landesliga war ja nicht schlecht für Sie und Ihre Mannschaft oder? Müller: Ja, wir haben alle wesentlichen Ziele, die wir uns gesetzt hatten, erreicht. Aus den 29 Punkten des Vorjahrs sind 33 geworden und die positive Entwicklung der Mannschaft konnte man im letzten Heimspiel, beim Sieg gegen Friedberg deutlich sehen. Am meisten hat mich gefreut, dass wir zu so einer geschlossenen Einheit zusammen gewachsen sind. So konnten auch etliche verletzungsbedingte Ausfälle kompensiert werden. Da stellt sich natürlich gleich die Frage nach den Zielen für die nächste Saison. Müller: Wir wollen auch in der nächsten Saison wieder vorne mitspielen, möglichst jedes Spiel gewinnen und verweigern uns nicht, wenn es zum Aufstieg genügen sollte. Dieser muss aber nicht um jeden Preis erreicht werden. Unser Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren die erste Herrenmannschaft weiterhin in der Spitzengruppe der Landesliga zu halten. Aber unser wichtigstes Anliegen ist, den Unterbau von jungen Spielern und Leistungsträgern für die Zukunft gut vorzubereiten. Sie setzten auf den Nachwuchs, den TSV Landsberg als Ausbildungsverein. Ist es für Sie als Trainer denn nicht einfacher mit „fertigen“ Spielern zu arbeiten? Müller: Ein Spieler ist nie „fertig“. Auch wenn er sehr gut ist, muss er immer integriert werden und sich an die neue Mannschaft gewöhnen. Schon dies bedeutet „Arbeit“ für ihn und den Trainer. Natürlich wünsche auch ich mir „fertige“ Spieler, denn ohne diese wird man auch in Zukunft bei keinem Verein auskommen, wenn man nach oben will. Die Frage ist aber, wie viel Eigenanteil eines Vereins ist bei diesem Erfolg und diesem Niveau dabei. Wir wollen in den nächsten Jahren erreichen, dass Spieler aus Landsberg und der näheren Umgebung dieses Team mit tragen und entscheidender Teil der höherklassigen Mannschaft sind. Nach meiner Erfahrung benötigt man dies, wenn man die einheimischen Zuschauer, Sponsoren und Medien erreichen will – und es ist auf Dauer auch billiger. Daneben sichert ein solches Konzept auch die Nachhaltigkeit. Wenn der Erfolg nicht mehr so da wäre, fällt der Verein nicht gleich ins Bodenlose. Im Kader gibt es, wie man hört, nicht allzu viele Veränderungen. Müller: Ja stimmt. Wir wollen lieber den jungen Spielern eine Perspektive bieten und sie in den Kader integrieren. Vier eigene Jugendspieler sind im Kader und nehmen die Herausforderungen an. Dazu kommt der 19-jährige Pascal Müller vom TuS Fürstenfeldbruck. Verlassen haben die Mannschaft leider aus beruflichen Gründen Robert Zagar und Uli Knörzer. Auch Alex Neubauer muss deshalb künftig kürzer treten und wird nur noch für Aushilfen zur Verfügung stehen. Ist der Kader denn dann groß genug? Müller: Auch ohne weitere Neuzugänge haben wir eine gute Mannschaft, die auf den entscheidenden Positionen zusammen geblieben ist und noch weiteres Entwicklungspotenzial bietet. Wenn wir von größeren Ausfällen verschont bleiben sieht das schon ganz gut aus. Sie haben die Mannschaft wieder intensiv vorbereitet, welchen Eindruck macht sie auf Sie, wo steht sie jetzt? Müller: Wir haben in dieser Vorbereitung seit Mitte Juni noch professioneller gearbeitet als früher. Physiotherapeuten und andere Fachkräfte wurden in die Aufbauarbeit im Kraft- und Ausdauerbereich integriert. Die Vorbereitungsgegner waren fast ausschließlich aus den Klassen über uns – wir konnten dadurch gut lernen. Hier zeigen sich auf jeden Fall Fortschritte. Die Mannschaft ist körperlich fitter. Sie versucht, noch schneller und konsequenter zu spielen. Natürlich ist dieses Konzept erst zwei Monate alt, aber die ersten Blüten sind zu sehen. Ich erwarte mir im Laufe der Saison noch weitere sichtbare Verbesserungen, so dass ich glaube, dass wir in einer starken Landesliga wieder vorne mitspielen können. Wie schätzen Sie die Landesliga Süd ein? Müller: Einige Vereine haben sich schon selbst beim Thema Aufstieg ins Gespräch gebracht haben und dies als Ziel ausgeben, etwa Kissing, Kirchheim, Unterhaching. Den Sprung nach oben peilt auch wieder Friedberg II an. Mit Niederraunau ist in der Spitzengruppe immer zu rechnen und Simbach will als Absteiger aus der Bayernliga möglichst gleich wieder nach oben. Der zweite Absteiger aus der Bayernliga, der SC Freising hat wohl erhebliche Abgänge – seine Stärke ist im Moment schwer einzuschätzen. Aus Immenstadt ist zu hören, dass man dieses Jahr auch um mehr als den Klassenerhalt spielen will. Der TSV Trudering ist schlecht einzuschätzen, ist aber mit seiner erfahrenen Truppe als langjähriger Bayernligist immer gefährlich; Es gibt also ein erlesenes Feld an Favoriten. Durch die Zusammenlegung der zweiten Bundesliga und dem dadurch erhöhten Abstieg aus der Regionalliga kann es zudem durchaus sein, dass selbst der Sechstletzte noch in Abstiegsspiele muss. Wie gehen Sie in die nächste Saison? Müller: Wir wollen dem Landsberger Publikum wieder die Faszination des modernen, schnellen Handballs präsentieren können. Dabei wollen wir mit unserem guten Teamgeist für den Erfolg und die Zuschauer zu kämpfen.

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