"Die Fresken leben wieder" – Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt wird am 28. März 2010 wiedereröffnet

Wenn die Sonne die Fensterbilder leuchten lässt, sind Stadtpfarrer Dekan Thomas Rauch und Architekt Christoph Maas besonders begeistert. Mariä Himmelfahrt verwandelt sich gerade von der Baustelle wieder zurück zur Kirche und zeigt ihre Schönheit nun bereits an vielen Stellen renoviert, an anderen entstaubt und frisch geputzt. Die Sonne wird auch an der Fassade gebraucht – damit die neue Sonnen­uhr von Maler und Restaurator Franz Kugelmann funktioniert. An dieser „Kleinigkeit“ am Giebel, der zur Fußgängerzone zeigt, kann man sich schon jetzt erfreuen. Die ganze renovierte Stadtpfarrkirche ist am Palmsonntag Ende März nächstes Jahres zum ersten Mal zu bestaunen. Und das soll entsprechend dem Anlass sehr feierlich geschehen. „Wir ziehen mit einer Prozession in die Stadtpfarrkirche ein“, so das Vorhaben von Rauch.

Hell und freundlich wird die Kirche dann ihre Gäste empfangen. Jetzt, da die Gerüste aus dem Hauptschiff verschwinden und sich mehr und mehr renovierte Flächen zeigen, ist das schon nicht mehr nur eine Vorstellung. Damit die weißen Wandflächen nicht kahl, sondern lebendig wirken, ist aber nicht alles nur weiß, sondern farblich strukturiert. Durch zwei unterschiedliche Grau-töne fallen die Pilaster und die Stuckarbeiten ins Auge. Beim Blick nach oben sind es die restaurierten Deckenfresken, die wirken. Auch hier hat Auffrischung gut getan. Laut Rauch seien manche Darstellungen schon nicht mehr richtig zu erkennen gewesen. „Jetzt leben die Fresken wieder.“ Von Staub gereinigt wurden auch die Altäre und deren Figuren. Nachdem nun der Hauptraum fertig ist, geht es an die Seitenschiffe, wo die Dächer und Fassaden zu erneuern sind. An den Seitenfensters wurde schon gearbeitet. Projekt für nächstes Jahr ist der Kirchturm, dessen Fassade erneuert und das Kupferdach ausgebessert wird. Innen sind die Holzbalken und die Treppen dran. Diese Arbeiten werden damit um ein ganzes Jahr vorgezogen. Im Oktober 2010 soll der Turm vollendet sein. Das Kirchengeläut, das dieser Kirche unwürdig sei, wie ein Experte dem Stadtpfarrer erklärte, steht ebenfalls noch auf der Liste. Der Hellmairplatz wird daher noch weiter als Baustellen-Lagerplatz genutzt werden. „Die Entscheidungen über die einzelnen Sanierungsmaßnahmen sind nicht immer einfach“, betont Rauch. Die beste Lösung will demnächst auch bei der Beleuchtung der Kirche getroffen werden. Drei Lampen hängen dafür pro forma schon im Kirchenraum. Bis Ende Januar soll die neue Beleuchtung stimmen. Zeitplan eingehalten Der Stadtpfarrer ist zuversichtlich, dass der Kostenrahmen für die Sanierung, der jetzt bei über sieben Millionen Euro liegt, eingehalten werden kann. Für die Kirche wurden bisher bereits 1430000 Euro wurden gespendet. Weitere finanzielle Unterstützung ist trotzdem willkommen. Zeitlich laufen die Arbeiten ebenfalls nach Plan. Eigentlich ging es sogar schneller als erwartet, erklärt Architekt Christoph Maas. „65 Prozent der Maßnahme liegen hinter uns“, informiert er. Im Frühjahr 2007 hatte man mit der Renovierung begonnen. Dass alles so gut funktioniert, ist besonders den Hand- werkern und Künstlern zu verdanken, ergänzt der Stadtpfarrer. „Wir haben gute Leute mit Fingerspitzengefühl.“ Kunsthistoriker Prof. Franz Bernhard Weißhaar zum Beispiel hat an der Sonnenuhr mitgewirkt. „Hora ista nos pie firma Virgo Maria“ ist da zu lesen und bedeutet „In dieser Stunde gütig uns stärke, Jungfrau Maria“. Wer einmal hinschaut, dem werden die rot hervorgehobenen Buchstaben auffallen. Weißhaar hat sich dieses Chronogramm ausgedacht, bei dem die Buchstaben als römische Ziffern gelesen, das Vollendungsjahr der Renovierung ergeben: MMVIIIII oder 2010. Bewusst hat Stadtpfarrer Dekan Thomas Rauch als Wiedereröffnungstermin der Palmsonntag gewählt. In der anschließenden Heiligen Woche und zu Ostern gibt es viele Möglichkeiten, bei Gottesdienstbesuchen oder Sängertreffen und Konzerten die frisch renovierte Kirche zu entdecken. Auch ein „Night-Fever“ ist geplant, bei dem im dezent beleuchteten Gotteshaus Kerzen in besinnlicher Stimmung angezündet und gebetet werden kann.

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