"Die wissen, was zu tun ist" – der Schulsanitätsdienst St. Ottilien

Schreie im Wald. Ein Mann hat sich bei Sägearbeiten eine Hand abgetrennt. Die Malteser Jugend des Schulsanitätsdienst St. Ottilien, die kürzlich an realistisch dargestellten Fällen wie diesem in Ingolstadt den Ernstfall probte, wusste sofort was zu tun ist. „Die Blutung stoppen, einen Notruf absetzen, das Amputat sichern und dem Verletzten seelischen betreuen“, erklärt Carolin Mayer, Gruppenleiterin der Malteser Jugend Kaufering das richtige Vorgehen. An insgesamt 15 Stationen mussten die Jugendlichen zwischen zehn und 1

8 Jahren ihre Kenntnisse in Erster Hilfe, ihr Geschick beim Spiel und Spaß sowie ihre soziale Verantwortung im Alltag unter Beweis stellen. Der Schulsanitätsdienst St. Ottilien aus dem Landkreis Landsberg meisterte die Aufgaben am erfolgreichsten und sicherte sich so den ersten Platz. Insgesamt nahmen neun Gruppen aus ganz Bayern und ein Team aus Freiburg an dem 1. Landesjugendwettbewerb in Ingolstadt teil. Die Erste Hilfe stand im Vordergrund. Verletzungen wurden versorgt und Patienten betreut. Das Organisationsteam der Malteser hatte die einzelnen Stationen so vorbereitet, dass eine möglichst authentische Unfallsituation entstand. So tummelte sich auf einer Wiese eine Gruppe von Jugendlichen, die anscheinend zu viel Alkohol getrunken und zu lange in der Sonne gesessen hatten. „Hier war die gesamte Sanitätsjugendgruppe gefragt“, betonte Mayer. Versorgung des Sonnenstichs, Betreuung nach Alkoholmissbrauch und sogar eine Herzdruckmassage an einer Puppe mussten durchgeführt werden. Neben solchen Unfällen standen aber auch Spaß und Geschicklichkeit im Vordergrund. Dennoch mussten die Wettbewerbsteilnehmer immer auf der Hut sein, denn kritische Situationen lauerten überall und kamen oft auch überraschend. So liefen die Jugendlichen einer anscheinend verwirrten Seniorin in die Arme, die offensichtlich an Demenz leidet und sich verirrt hatte. Auch hier handelten sie vorbildlich, kümmerten sich um die Dame und sorgten dafür, dass sie sicher nach Hause kam. Der Wettbewerb war für die Kauferinger Malteser in zweifacher Hinsicht erfolgreich, denn neben dem 1. Platz der Schulsanitäter belegte die Jugendgruppe Kaufering/Dasing den 5. Platz. Verbunden mit dem 1. Platz ist für die Schulsanitätsgruppe aus St. Ottilien auch die Teilnahme am Bundesjugendwettbewerb 2010 der Malteser, bei dem sich Gruppen aus ganz Deutschland im Wettbewerb messen. Die Gruppenleiterinnen Margit Dürbeck-Mayer, Carolin Mayer, Elisabeth Strohmeyr und Sarah Hiebler werden mit ihren Schützlingen die Zeit bis dahin nutzen, um sich vorzubereiten. Nachwuchs gesucht „Wenn Kinder und Jugendliche einen Teil ihrer Freizeit bei den Maltesern verbringen wollen, können sie mit der Gliederung Kaufering/Landsberg unter Telefon 08191/70006 Kontakt aufnehmen“, erklärt Mayer. Derzeit gibt es zwei Gruppen: eine für die fünf bis Neunjährigen und eine für die Zehn- bis 14-Jährigen. Die Malteser freuen sich aber auch auf erwachsene Engagierte, erklärt die Kauferinger Gruppenleiterin Mayer.

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