Diebesgut auf Opas Bauernhof

Von einem Firmengelände in Polling entwendet: Traktor im Wert von 35000 Euro.

Mit einer Durchsuchungsaktion auf einem bäuerlichen Anwesen im Land­kreis Landsberg sind am Freitag frühmorgens die Ermittlungen in einer nicht alltäg­- lichen Diebstahlserie erfolgreich abgeschlossen worden. Ein 23- und ein 16-Jähriger haben von April bis Juni in Landsberg, Dießen sowie im Oberland landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte im Gesamtwert von 68000 Euro gestohlen.

Begonnen hatte die Serie Ende April in Rott. Ein Landwirt zeigte den Diebstahl seines Güllefasses im Wert von 3000 Euro an. In einer Feldscheune stand es. Kurz danach, Anfang Juni, meldete ein Landwirt bei der Polizeiinspektion in Dießen, dass sowohl sein Kreiselseitenschwader als auch ein Kreiselheuer gestohlen wurde: Ge­- samtwert: rund 12000 Euro. Ebenfalls im Juni wurde in Polling bei Weilheim von einem Bauernhof ein Muldenanhänger im Wert von 18000 Euro und von einem Firmengelände ein Fendt-Traktor im Wert von 35000 Euro entwendet. Vom Freund gezwungen Die Ermittler der Landsberger Polizei übernahmen Mitte Juni die zentrale Sachbearbeitung, so Polizeisprecher Andreas Engel, nachdem sich ein 16-Jähriger aus dem Landkreis Lands­berg freiwillig gestellt und seine Beteiligung an den Diebstählen eingeräumt habe. Im Zuge der Vernehmung habe der Schüler geäußert, dass er von seinem 23-jährigen Freund, dessen Großvater im Landkreis Landsberg eine Landwirtschaft betreibt, gezwungen worden sei, sich an den Diebstählen zu beteiligen. Zunächst habe der Jungbauer den 16-Jährigen gebeten, ein Güllefass, welches er in Rott angeblich käuflich erworben habe, mit dem Traktor abzuholen. Der Jugendliche sei dem Wunsch seines Freundes nachgekommen und habe kurz danach von dem „Diebstahl“ des Güllefasses in der Zeitung gelesen. Engel weiter: „Als er seinem Freund gegenüber andeu­tete, dass er zur Polizei gehen würde, hätte dieser behauptet, dass der Schüler für den Diebstahl verantwortlich wäre, da er schließlich das Fass ja auch geholt hätte.“ In der Folge sei der junge Bursche von dem 23-Jährigen, auch durch Androhung von Schlägen, unter Druck gesetzt worden, sich auch an den weiteren Diebstählen zu beteiligen. Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Geräte konnten in den letzten Wochen allesamt auf dem bäuerlichen Anwesen des Großvaters und seinen angrenzenden Feldern sichergestellt und den Eigentümern wieder zugeführt werden. „Der Großvater hatte von Diebstählen keine Kenntnisse“, so Engel. Der Jugendliche und sein „Freund“ müssten sich nun wegen gemeinschaftlicher Diebstähle in mehreren Fällen ver­antworten. Aufgrund der Tatsache, dass der 23-Jährige nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist, ermittelt die Polizei zudem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Damit aber längst nicht genug des Schlechten. Ein Landmaschinenhändler aus Nieder­bayern habe Anzeige gegen den Jungbauern wegen Betrugsverdachts erstattet. Im Juli verkaufte er dem 23-Jährigen einen gebrauchten Muldenanhänger für 18000 Euro, der nie bezahlt worden sei.

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