Freiwillig ins zweite Glied

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Vorstand und Gäste bei der Jahreshauptversammlung der Dießener CSU (von links): Ehrenvorsitzender Karl Elg, stellvertretender Kreisvorsitzender Michael Kießling, 2. Vorsitzende Susanne Plesch, Schriftführer Dr. Harald Kollrus, 1. Vorsitzender Georg Stadler, Kreisgeschäftsführer Rainer Jünger und Schatzmeister Johannes Grosser.

Dießen/Riederau – Die erste Vorsitzende kam als erste und ging als letzte, dann allerdings „nur“ noch als zweite Vorsitzende. Der Wechsel in der Vorstandschaft der Dießener CSU war die wichtigste Personalie bei der Jahreshauptversammlung im „Kramerhof“ Riederau. Was spektakulär klingt, war aber nur der freiwillige Rückzug von Susanne Plesch ins zweite Glied, wie sie es bei ihrer Begründung ausführte.

Mit ihren vielen Ehrenämtern sei sie einfach an die Grenze ihrer Belastbarkeit gestoßen. Als Marktgemeinderätin in diversen Ausschüssen, Seniorenreferentin, Kreisrätin, stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende sowie aktive Mitstreiterin im Schulverband und beim Roten Kreuz bliebe ihr einfach nicht mehr genug Zeit, sich intensiv um Fortentwicklung und Mitgliederwerbung in der Dießener CSU zu kümmern. Sie empfahl den anwesenden Mitgliedern, ihre Stimme im Rahmen einer außerplanmäßigen Neuwahl ihrem Stellvertreter Georg Stadler zu geben und sie als 2. Vorsitzende zu bestätigen.

In geheimer Wahl unter der Aufsicht von Denklingens Bürgermeister und stellvertretendem CSU-Kreisvorsitzenden Michael Kießling wurde dem Antrag von Susanne Plesch stattgegeben, und Georg Stadler nahm das Amt als neuen Dießener CSU-Chef gerne an.

Vor dieser Wahl gab Susanne Plesch noch einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Das Durchschnittsalter der derzeit 80 Mitglieder sei durch den Beitritt von einigen „erfreulich jungen Damen“ auf 59,9 Jahre gesunken. Sehr gut angekommen seien die Notfallmappe im Rahmen der Seniorenarbeit und die Rosenaktion am Muttertag zusammen mit CSU-Urgestein Dr. Thomas Goppel. Den fünf CSU-Marktgemeinderäten dankte Plesch ausdrücklich für ihr Engagement und Durchhaltevermögen. Dies sei nicht immer leicht, denn für Teile der Bevölkerung sei es inzwischen eine Art Sport, ständig die Arbeit des Gemeinderates zu kritisieren.

Susanne Plesch wünschte sich für die Zukunft eine Intensivierung der Zusammenarbeit der CSU-Ortsverbände vom Ammersee West- und Ostufer. Für den 2. Juni ist ein Stammtisch geplant, zu dem die Gemeinderäte aus Dießen, Utting-Finning, Schondorf, Greifenberg, Eching und auch Herrsching eingeladen werden. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Wahl von acht Delegierten und acht Ersatzleuten für die Nominierung der CSU-Kandidaten für die nächste Bundestagswahl. Denn mit Landsberg, Germering und Starnberg werde ein neuer Bundeswahlkreis gebildet. Ins Rennen um das neue Mandat wolle man natürlich einen Vertreter aus Landsberg schicken.

Wenig Respekt

Jürgen Zirch, Fraktionsvorsitzender der CSU im Dießener Marktgemeinderat, sprach über die oft schwierige Arbeit der Gemeinderäte, deren Entscheidungskraft immer wieder von den Bürgern angezweifelt wird. Als Beispiele nannte er die Wolfsgasse, das Bürgerbegehren zum Kiosk auf der Seepromenade oder den Radlweg von Dießen nach Fischen: „Das wird von Seiten der Bevölkerung oft wenig Respekt gegenüber uns Gemeinderäten entgegen gebracht!“ Von der Gemeindeverwaltung forderte Zirch bessere Informationen und „astreine“ Vorarbeit für die Sitzungen.

CSU-Kreisgeschäftsführer Rainer Jünger sprach zum Abschluss über sein Ziel, die Junge Union im Landkreis und speziell am Ammersee-Westufer wiederzubeleben. Dazu habe er eine Reihe von Veranstaltungen geplant, zu der jede/r politisch Interessierte herzlich eingeladen ist. So findet am 17. Juni ein Biergartenabend mit MdL Alex Dorow in der Alten Villa Utting statt, am 16. Juli ein Volleyball-Turnier in Schondorf sowie am 6. August ein Wandertag mit Landrat Thomas Eichinger. Ziel nach der Dampferfahrt ist Andechs.

Dieter Roettig

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