Bahn hilft verzweifelter Studentin nach Intervention des Kreisboten unbürokratisch

Dießener Fahrkartenautomat streikt

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Die Studentin Iris Catalan Ziegler vor dem Automaten am Dießener Bahnhof, der den Fahrschein nicht ausgespuckt hat.

Dießen – Wenn was schief geht, dann gründlich. Aber trotzdem: Ende gut, (fast) alles gut! Wie jeden Monatsanfang wollte Lehramtsstudentin Iris Catalan Ziegler am Dießener Fahrkartenautomaten eine Monatskarte nach Augsburg zur Uni lösen. Sie zahlte 170,20 Euro mit Scheinen und Münzen. Schreck in der Morgenstunde: Der Automat spuckte keinen Fahrschein aus. Was tun?

Die Studentin rief sofort per Handy die Service-Hotline an und reklamierte. Die Auskunft schockierte sie: Vier Wochen dauern in der Regel Bearbeitungszeit und Überprüfung. Erst dann werde entschieden, ob das Geld erstattet wird. Ein Problem für die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern (3, 6 Jahre), die jeden Cent zweimal umdrehen muss. Die Service-Dame betonte, dass eine einmalige Fahrt nach Augsburg möglich sei, wenn man dem Schaffner die Vorgangsnummer meldet. Eine Rückfahrt sei aber nicht möglich und wenn, sei sie eine Schwarzfahrt. Ziegler fuhr trotzdem nach Augsburg, am Nachmittag wieder zurück und hatte das Glück, nicht kontrolliert zu werden.

Am nächsten Tag telefonierte sie dreimal insgesamt fast 30 Minuten mit Mitarbeitern der Service-Hotline. Die Auskunft blieb immer gleich. Man könne ad hoc nichts machen, es dauert vier Wochen. Basta. Ziegler stand vor der Wahl: Entweder eine neue Fahrkarte lösen oder diesen Monat mit Lebensmitteln knausern – bei zwei hungrigen Kindern unmöglich.

In ihrer Not wandte sich Ziegler an den Kreisboten. Nach dem Motto „Hier werden Sie geholfen“ kontaktierte die Redaktion die Pressestelle der DB in München. Nach Schilderung des Falles wurde der Bahnsprecher schnell aktiv. Er sagte aus Kulanzgründen einen Reisegutschein über 170,20 Euro zu, obwohl bei der Überprüfung des Dießener Fahrkartenautomaten angeblich keine Unregelmäßigkeiten festzustellen waren. Jetzt muss sich Ziegler in Weilheim oder Schongau ihre Monatskarte holen, was wiederum Fahrtkosten und Zeitaufwand bedeutet.

Das Argument „keine Unregelmäßigkeiten“ ärgert die Studentin. „Ich stehe als halbe Schwindlerin da, obwohl Fakt ist, dass der Automat keine Fahrkarte ausgespuckt hat!“ Von anderen Fahrgästen hat sie erfahren, dass das Malheur angeblich schon öfter passiert ist. Wegen geringeren Beträgen hätten die Betroffenen nichts unternommen. Die Studentin will die Fälle dokumentieren und bei der Bahn vorsprechen. Bei wem der Automat trotz Bezahlung auch keinen Fahrschein ausgedruckt hat, der kann sich per E-Mail unter iris.catalan@yahoo.de melden.

Von Dieter Roettig

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