Ein kleiner Schritt voran

+
Auch auf Obstkisten lässt es sich gemütlich Pause machen. Trotz Provisorium ist der Kiosk „Westseite“ in den Dießener Seeanlagen immer gut besucht.

Dießen – Die einen finden das liebenswert arrangierte Provisorium gemütlich und in Ordnung, die anderen sehen es als Beleidigung für das Auge. Gemeint ist der aus Containern, Gittern, Strohmatten, Gartenmöbeln und Obstkisten zusammengewürfelte Kiosk in den Dießener Seeanlagen. Eigentlich hätte Pächterin Christine Gottschalk ja schon im Frühjahr als Ersatz für ihren abgebrannten Verkaufsstand einen schicken neuen Kiosk in Fischerhütten-Optik mit begrünten Dächern beziehen sollen, wenn es nach dem Willen der Marktgemeinde gegangen wäre. Ein Bürgerbegehren hat mit fast 80 Prozent Zustimmung das startbereite Bauvorhaben gestoppt, so dass die vielen Besucher der Seeanlagen heuer und auch noch in der nächsten Sommersaison mit dem Behelfskonstrukt vorlieb nehmen müssen.

Jetzt geht es wenigstens einen kleinen Schritt voran mit dem geplanten Neubau, dessen Gestaltung aber noch völlig ungewiss ist. Der Bau- und Umweltausschuss der Marktgemeinde hat in seiner letzten nicht öffentlichen Sitzung ein Büro beauftragt, den im Bürgerbegehren geforderten Architektenwettbewerb durchzuführen. Bevor aber die Ausschreibung öffentlich gemacht wird, stehen noch Gespräche mit der Schlösser- und Seenverwaltung, dem Denkmalschutz und dem Landrats­amt an. Hier will man laut Bürgermeister Herbert Kirsch die genauen baulichen Rahmenbedingungen abklären, damit es zu keinen Missverständnissen und weiteren Verzögerungen kommt.

So wie es jetzt aussieht, wird der neue Kiosk wohl in ungefähr der ursprünglichen Größe an gleicher Stelle erbaut werden, wo jetzt das Provisorium steht. Eine Ausweitung Richtung Unterführung und Bahngleise scheitert an der Bahn, die dort keine Flächen abgeben will. Und eine wesentliche Erweiterung zum Pavillon der ADK hin ist aus Denkmalschutzgründen nicht möglich. Wieweit Frei­flächen mit Sitzgelegenheiten berücksichtigt werden können, obliegt nun der Kreativität der am Wettbewerb teilnehmenden Architekten. Auf jeden Fall wird der Komplex neben dem Personal-WC eine öffentliche und behindertengerechte Toilette mit Wickeleinheit erhalten.

Viele Dießener Gemeinderäte trauern noch der ursprünglichen und einstimmig abgesegneten Planung nach, nämlich einer zeitgenössischen Interpretation der nahen Fischerhütten am See des Architekturbüros Engelsmann und Peters aus Stuttgart. Die drei unterschiedlich geneigten Satteldächer des Kiosks mit Begrünung hätten sich wunderbar in das viele Grün am Bahndamm eingefügt. Die Dießener Architekten Matthias Krapf und Jürgen Bahls stellten nach der Vorstellung der Planung im letzten Herbst Optik und Funktionalität in Frage und initiierten das Bürgerbegehren, das den jetzt durchzuführenden Architektenwettbewerb zur Folge hat.

Dieter Roettig

Meistgelesene Artikel

Gemeinde als Bauherr

Utting – Normalverdiener, einkommensschwächere Bürger und junge Familien können sich freuen: Die Gemeinde Utting errichtet in eigener Regie in …
Gemeinde als Bauherr

Städtisches Alkoholverbot?

Landsberg – Mit Unterstützung seiner Fraktionskollegen der Landsberger Mitte fordert Stadtrat Dr. Wolfgang Weisensee, der als Leitender Notarzt tätig …
Städtisches Alkoholverbot?

Umbau für eine "strahlende Zukunft"

Landsberg – Aus Irland direkt in die Lechstadt: Richard Kingston (CMC Capital) hat am Mittwoch mit Erfolg für das neue Lechland-Center geworben. Eine …
Umbau für eine "strahlende Zukunft"

Kommentare